Das Alu-Ufo ZOB - Zentraler Omnibusbahnhof München an der Hackerbrücke - beherbergt nicht nur 29 Busterminals und ist damit Dreh- und Angelpunkt des gesamten Münchener Linien und Touristenbusverkehrs. Auf den 25.000 m2 Bruttogrundfläche findet sich zudem die ZOB Einkaufspassage mit 24 Ladenflächen, einem vielfältigen Gastronomieangebot sowie exklusiven Büroräumen. In der unteren Ebene finden ab 4. September 2009 Münchens Nachtschwärmer ein neues Zuhause. Der Club „neuraum“ teilt sich in vier Party-Bereiche und bietet Platz für 2.400 Leute.
Zuständig für das Raumkonzept sind HildmannMöllerWilke Architekten aus München. Wir konnten Daniel Hildmann kennenlernen und bekamen von ihm Details zur Gestaltung erklärt. Um den Charakter eines Clubs wahren zu können und nicht in die Schublade der Großraumdiskotheken zu schlittern, sind verschiedene Bereiche geschaffen worden.
Bei Betreten des „neuraums“ geht es durch die so genannte Lichtdusche. Das monochrome Licht hebt hier lediglich die Gelbanteile in der Kleidung hervor. Ein für das Auge ungewöhnlicher Effekt.„Die Realität, der Alltag soll hierbei abgelegt werden und das Nachtleben kann beginnen“, so Daniel Hildmann.
Bevor man zum sieben Meter hohen Clubraum durchdringt, der jedoch in 10 Metern Tiefe liegt, kommt man in die Galerie. Hier gibt es zwei separate Lounges und eine geschickt platzierte und gestaltete Bar. Fensterzonen lassen den Blick auf das tanzende Volk im großen Clubbereich zu. Mit welchen Überraschungen die Galerie zusätzlich aufwartet, dass solltet Ihr selbst herausfinden.
Von der Galerie aus führt eine breite gelbe Treppe hinunter in den großen Club. Damit die große Halle - trotz der Betonwände - über eine gute Akustik verfügt, kam zum Architektenteam noch ein Ingenieurteam der Firma Becker ins Spiel. Zusammen haben sie die Akustik und das Raumkonzept aufeinander abgestimmt. Auch dieser Raum will erobert werden. Die Bar nahe der Treppe ist ebenso feststehend, wie jene am anderen Ende der Halle, wo auch das DJ Pult platziert ist. Bei ihrem Bau wurde auf Energie und Nachhaltigkeit geachtet. Die Unterkonstruktion besteht so nicht aus Pressspan, sondern aus einfachem Fichtenholz. Über diese Konstruktion sind geschwärzte Stahlplatten gelegt.
Um das Lichtszenario spannender zu machen, wurden Stahlgitter vor die Leuchtdioden gelegt. „Die Lichtbahnen, die den Raum durchziehen, wechseln so, je nach deiner Bewegung ihre Intensität“, erklärt Daniel Hildmann. „Die Lösung ist einfach und günstig, aber absolut das, was wir beabsichtigen wollten.“ An den Wänden des Raumes sind Sitzmöglichkeiten für die Gäste angebracht. „Durch ihre abgestufte Anordnung, üben sie so einen Druck - oder auch Fokus - auf den Bereich der Tanzfläche aus. In einer Stadt wie München ist das um eine Uhrzeit, wie etwa 23.00 Uhr nötig, ab 2.00 Uhr dann vielleicht nicht mehr.“
Der so genannte „Barschlitten“ auf der linken Längsseite der Halle ist flexibel gehalten. Die einzelnen Module stehen auf einer Art Palette. Mit dem richtigen Gerät können sie so nicht nur umgesetzt werden, sondern auch beliebig rein und raus gefahren werden, je nachdem welches Event stattfindet. Gestaltet sind die mobilen Bars ähnlich Übersee-Kisten.
Durch den Gang unter der Galerie hindurch gelangt man in den Salon. „Bevor wir diesen Bereich Salon nannten, war es einfach nur der böse Raum. Hier ist alles in Schwarz und kantig gehalten.“, so Daniel Hildmann. In den Fokus gerät ein Gebilde in der Mitte des Salons, das aus verschieden zusammengesetzten, eckigen, mattschwarzen Flächen besteht. Hier bricht sich auch das Licht auf die verschiedenste Weise. Der Salon besteht aus zwei Ebenen. Zu Anfang ein größerer Bereich mit der ebenfalls mattschwarzen Bar und über ein paar Stufen erreicht man eine Lounge.
Überirdisch und somit sichtbar für jedermann, ist die so genannte 'Keksdose', ein Tagescafé, das nachts zur 'Mitsing-Area' wird. Hier haben Daniel Hildmann und sein Team vor allem das Thema Mobilität in den Vordergrund gehoben und ironisch betrachtet. Daher hebt sich das Café in der Gestaltung auch deutlich von der des Clubs ab. Neben kleinen Snacks, wird es hier vor allem gute Getränke und Sound zum Mitsingen geben. Wir sind gespannt, wie sich der „neuraum“ macht. Wenn ihr da wart, freuen wir uns über euren Erfahrungsbericht.
Wie gesagt, die Eröffnung des neuen Münchner Clubs ist am 04. und 05. September 2009. Die Keksdose nimmt ihren Tagesbetrieb am Montag, den 07. September auf.
Der Große Auftakt wird am Freitag unter dem Motto „Isar-Cosmos" gefeiert. Am Samstag heißt es dann „Rock’n’Roll Baby“.
Was sich dahinter alles verbirgt erfahrt ihr auf der „neuraum“-Seite.
Mehr über die Architekten gibt es hier zu sehen
Zur Eröffnung gibt es dann auch mehr Bilder, denn in den kommenden zwei Wochen wird noch einiges getan, damit auch wirklich alles so ist, wie es sein soll.
Das Team der Craft AG wartet auf Euch.