
Modelbau, der einen Leid, der anderen Freud.
Während manche Archtitekurstudenten am liebsten mit Ponal, Pappe und Flugsperrholz ihre Entwürfe zu dreidimmensionalen Gebäuden werden lassen ist es für die andere die schlimmste aller Aufgaben während eines Entwurfes.
Einer, der den Modelbau in Perfektion beherrscht ist der Münchner Künstler Thomas Demand. Er arbeitet zwar mit dem Medium Fotografie, versteht sich aber im eigentlichen Sinne nicht als Fotograf. Demand benutzt vielmehr reale Räume oder Szenerien, die schon einmal als Bilder durch Printmedien oder Fernsehen verbreitet wurden, rekonstruiert dieselben in Originalgröße im Atelier aus Pappe oder Papier, um sie als großformatige Fotografien, meist im Verhältnis 1:1, wieder abzulichten.
Studiert hat Demand an namhaften Hochschulen: 1987–89 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München;1989–92 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf; 1992 Cité des Arts, Paris; 1993–94 Studium am Goldsmiths College, London, M.A.; 1995 Rijksakademie van Beeldende Kunsten, Amsterdam.
Seine Arbeiten werden auf der diesjährigen Architektur-Bienale in Venedig vom 29. August- 21. November 2010 zum Thema "people meet in architecture" unter anderem gezeigt.
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Sein Kustfilm "Tunnel" von 1999 »Tunnel« zeigt mutmaßlich eine rasante Kamerafahrt durch den Tunnel, in dem Lady Diana tödlich verunglückte. Der Betrachter glaubt zunächst die Bilder aus den Medien zu kennen. Tatsächlich handelt es sich bei dem Setting jedoch um einen originalgetreuen Papp-Nachbau des architektonischen Vorbildes.
theexposureproject.blogspot.com/2009/11/thomas-demands-tunnel-1999.html
Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass Thomas Demand eine für seine Arbeiten typische perfekt rekonstruierte Modellwelt schafft, anstatt die Realität zu reproduzieren.
Seine Pappszenerien greifen ein historisches Ereignis der jüngeren Vergangenheit auf und spiegeln dabei den Illusionscharakter der scheinbar vertrauten Bilder.
Ein bißchen Lust bekommt man beim Anblick seiner Bilder schon, sich nochmals mit dem Modelbau versöhnlich zu stimmen und beim nächsten Mal auch nur annähernd an seine Präzesion und Quaität heranzukommen.
In diesem Sinne... Viel Spaß!