Studierende aus Deutschland und Peru erarbeiten im März 2012 in Lima ein Pilotprojekt zur wassersensiblen Entwicklung der peruanischen Hauptstadt. Denn Lima, geprägt durch sehr geringe Niederschläge und über acht Millionen Einwohner, hat mit großer Wassernachfrage bei geringer Verfügbarkeit zu kämpfen. Trotzdem werden Grünflächen größtenteils mit der knappen Ressource Trinkwasser bewässert.
Um Lösungen für dieses Problem zu demonstrieren, soll im zweiwöchigen Studentenworkshop „Beyond the Park“ ein ressourcenschonender Uferpark am Chillón Fluss entworfen werden. Entsprechende Technologien und mögliche Gestaltungsansätze wurden von den Teilnehmern bereits seit Oktober 2011 recherchiert und aufbereitet.
Für die Studierenden gilt es, gemeinsam mit den Projektpartnern vor Ort umsetzbare Vorschläge zu entwickeln, die zeigen dass ein Park kein teurer Luxus ist, sondern kostengünstige Ansätze zur Lösung von Wasserproblemen integrieren kann. Inbegriffen ist die Reinigung des Abwassers zur Bewässerung, die Integration einer landwirtschaftlichen Nutzung sowie von Maßnahmen des Hochwasserschutzes.
„Wir möchten zeigen, dass Architekten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit notwendigen Freiräumen und Infrastruktursystemen leisten: Ziel ist, den urbanen Raum als produktives, in die gebaute Struktur integriertes System neu zu definieren“, erklärt Prof. Antje Stokman, Universität Stuttgart, die das Projekt gemeinsam mit Rossana Poblet und Eva Nemcova leitet. Im Laufe des Jahres soll der Entwurf umgesetzt werden.
Angelegt ist der Workshop im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Megacity-Forschungsprojektes „LiWa – Lima Water“. Er ermöglicht den Teilnehmern Erfahrungen in interkultureller Arbeit und macht auf Aspekte von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in der Ausbildung aufmerksam. Als eines von sechs Siegerprojekten des summerschool Wettbewerbs 2011 wird „Beyond the Park“ von der Sto-Stiftung gefördert.
Foto: Sto-Stiftung / Rossana Poblet