
Ein außergewöhnliches Studien- und Forschungsprojekt führte mich im Juni dieses Jahres zusammen mit Studenten und Mitarbeiter des Lehrstuhls für Denkmalpflege und Technischen Ausbau der RWTH Aachen nach Kamerun. Im Norden des Landes soll in der Ortschaft Boboyo eine Vorschule entstehen, deren Bauweise sich an tradierten Baustoffen und Baukonstruktionen der Sahel-Zone orientiert.
Unser Team untersuchte, gemeinsam im Rahmen einer Forschungskooperation mit der Universität von Maroua, die Potentiale tradierter Baustoffe und Baukonstruktionen in der Sahel Zone. Für ein erfolgreiches Projekt ist die Partnerschaft zu den lokalen Institutionen und der NGO Identafrica sehr wichtig. In einem vorangegangenen Entwurfsworkshop in Aachen erarbeiteten wir gemeinsam mit den kamerunischen Studenten Bauteile in Hinblick auf baustoffliche, konstruktive und bauklimatische Parameter. Vor Ort in Maroua bauten wir in vier Teams aus jeweils zehn Studenten in einem intensiven fünftägigen Workshop vier 1:1 Experimentalbaukörper auf. Basierend auf den Konzepten wurde jedes der Testhäuser mit anderen Konstruktionsprinzipien und unter Verwendung lokaler Materialien errichtet. Die Bewertung der Messergebnisse bildet die Grundlage für die Konzeption der Bauelemente. Im Frühling 2012 wird die Schule als kooperatives Selbstbauprojekt durch das Team der kamerunischen und deutschen Studenten entstehen.
DETAIL
Sto Stiftung
Lehrstuhl für Denkmalpflege, RWTH Aachen
NGO Ident.Africa

Einer der vier Bauplätze vor Ort.

Die einzelnen Baukörper werden aus Lehmziegeln errichtet.

In jedem Team war ein Student, der durch seine Handwerkerausbildung wichtige Anleitung bei Bau geben konnte.

Unser Pavilion nach knappen vier Tagen Arbeitszeit bei 38°C im Schatten.

Dämmung aus getrocknetem Schilfrohr.

Die oberste Schicht der Außenwand wurde mit einem grobem Lehmputz bedeckt.