2006 wurde der Architekturwettbewerb für die UB ausgelobt. Das Büro Heinrich Degelo aus Basel konnte die Jury mit seinem Entwurf überzeugen und ging als Sieger hervor.
Degelo spricht von einem geschliffenen Diamant, der stark auf den städtischen Kontext eingeht und einer „transparenten Fassade, die einen attraktiven Ausblick auf die Altstadt und in den Schwarzwald bietet“.
Ich hatte heute die Möglichkeit mir eine kleine Ausstellung zum Umbauprojekt anzuschauen und der Direktorin der Universitätsbibliothek Freiburg Dr. A. Kellersohn ein paar Fragen zum Projekt zu stellen.
Der Entwurf sieht wirklich wie ein geschliffener Diamant aus, allerdings wäre man nach dem ursprünglichen Plan in der Tat förmlich „geblendet worden vor lauter Schönheit“!!! Das Konzept des Architekten Degelo ist es, dass der „Bau eins wird mit der Umgebung und die Umgebung eins mit dem Gebäude“. Daher musste die ursprünglich geplante Aluminiumfassade einer Edelstahlfassade weichen, da erstere zu stark geblendet hätte.
Die Aussage, dass das Gebäude stark auf den städtischen Kontext reagiert, kann ich nicht ganz nach vollziehen. Die Kubatur des Gebäudes ist stark unregelmäßig und nimmt eigentlich keinerlei Fluchten oder Kanten auf, wenn dann sind es vereinzelte Punkte, die aus dem Kontext übernommen wurden.
Ein wichtiges Kriterium bei dem Wettbewerb war die Rücksichtnahme auf Sonnenlichtprobleme der Anwohner auf der nördlichen Seite des Bibliotheksgebäudes. Degelo löste es mit einer schräg laufenden Fassade, die Teilweise bis zu 60° verläuft, und machte dieses Prinzip zu einem „over all“ Konzept für das Gebäude.
Ich halte den Entwurf für relativ gewagt und im ersten Moment fragt man sich, was dieser Diamant da zwischen den ganzen Gründerzeitgebäuden soll. Nimmt man allerdings die Ausgangslage mit der Zusammenfassung der Vorplätze (Stadttheater, Uni und UB) zu einem Gesamtplatz, der Schließung der Strasse und das vorherige Gebäude in den Blick, ist der Neubau in meinen Augen ein Gewinn für die Stadt. Ich finde aus architektonischer Sicht ist die Stadt Freiburg insgesamt relativ zurückhaltend und kann deshalb ruhig einen Diamanten im Stadtbild vertragen.







