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Berliner Schloss berechtigtes Ansinnen?

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Verfasst am: 03. 12. 2009 [14:14]
DetailX.Redaktion
Themenersteller
Dabei seit: 14.08.2008
Beiträge: 54
Franco Stella darf das Berliner Schloss, wie er es geplant hat, bauen. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sieht die Vergabe des 550-Millionen-Euro-Projekts als "berechtigtes Ansinnen". Somit setzte sich das Gericht über das Bundeskartellamt hinweg, das den Vertrag als nichtig erklärte. Der Bund müsse nicht kontrollieren, ob die Teilnahmekriterien aller Architekten am Wettbewerb gleichberechtigt erfüllt wurden oder nicht.

Wie seht Ihr das Eure Meinung ist uns wichtig!
Verfasst am: 03. 12. 2009 [14:34]
LaKai
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 21
Unfassbar! Ja kann man sich denn auf nichts mehr verlassen? Mir riecht das alles ein bisschen nach cosa nostra..
Verfasst am: 03. 12. 2009 [17:09]
VUB
Dabei seit: 23.11.2009
Beiträge: 52
LaKai schrieb:

Unfassbar! Ja kann man sich denn auf nichts mehr verlassen? Mir riecht das alles ein bisschen nach cosa nostra..


Warum unfaßbar? Der Streit, um den es vor Gericht ging, ist leider im Thread kaum nachvollziehbar gemacht. Es fehlen die Denkinhalte, über die das Gericht beriet. Daß der Architekt bauen darf, dürfte als Entscheidung wohl korrekt sein. Schwieriger zu beurteilen ist die Entscheidung des Preisgerichtes des Architekturwettbewerbes.

Ich hatte mich früher sehr dafür eingesetzt, daß der Palast der Republik erhalten bleibt
und auch Skizzen für mich selbst gemacht,
etwa diese:
http://2.bp.blogspot.com/_kL4VOte57yY/ST1YKth0RcI/AAAAAAAAAwU/soit5FK0gnU/s1600-h/6.0.6.jpg

Später, als ich zur Straße Unter den Linden und zum Schloß selbst, genauso zur Bauakademie, sehr viel gelesen hatte, gefiel mir die Rekonstruktionsidee besser, da es sich um ein Bauensemble eines aufgeklärten Zeitlaters handelt. Die Monarchie war damals den neuen Ideen für ein Staatswesen sehr zugänglich und ließ Veränderungen zu, die aus dem preußischen Staat ein dynamisches Ganzes machte, das durch Intellektuelle wie Freiherr von Stein und andere gut auf den Weg zur Demokratie gebracht worden war.

Wesentlich spannender ist jetzt eine Diskussion darüber, wie der rekonstruierte Schloßbau genutzt werden soll. Genannt ist ein "Humboldt-Forum". Um eine solche Einrichtung mit Leben zu füllen, braucht es sehr viele Ideen.

Laßt uns auf die Suche gehen, was darin gemacht werden sollte!

VUB
Verfasst am: 03. 12. 2009 [20:19]
LaKai
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 21
Hallo VUB,

ja, das mag sein. Man muss sich mehr damit beschäftigen, wenn die Zeit bleibt. Ich finde es jedoch nicht gut, dass die im Architektenwettbewerb unterlegenen Mitbewerber nicht über den bevorstehenden Vertragsschluss mit Architekt Franco Stella informiert wurden und das Gericht es für OK befindet.

Deshalb finde ich, dass es beinahe Mafia-ähnliche Züge hat. Ein fairer Wettbewerb ist es jedenfalls nicht.

Um zu überlegen, was ins Humbodt Forum passe, müsste man sich in Berlin genauer umschauen. Ich habe den Eindruck in Berlin gibt es beinahe schon alles nur kein homogenes Stadtbild.
Es grüßt der Lakai!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.12.2009 um 20:19.]
Verfasst am: 03. 12. 2009 [22:11]
VUB
Dabei seit: 23.11.2009
Beiträge: 52
LaKai schrieb:

Ich finde es jedoch nicht gut, dass die im Architektenwettbewerb unterlegenen Mitbewerber nicht über den bevorstehenden Vertragsschluss mit Architekt Franco Stella informiert wurden und das Gericht es für OK befindet.


Eigentlich ist das eine Panne, daß die unterlegenen Architekten nicht informiert wurden. Wieso eigentlich nicht?

LaKai schrieb:

Deshalb finde ich, dass es beinahe Mafia-ähnliche Züge hat. Ein fairer Wettbewerb ist es jedenfalls nicht.


Wenn nur vergessen wurde, die unterlegenen Architekten zu informieren, seh ich das als belanglos an. Was ist das Mafiose daran?

LaKai schrieb:

Um zu überlegen, was ins Humbodt Forum passe, müsste man sich in Berlin genauer umschauen. Ich habe den Eindruck in Berlin gibt es beinahe schon alles nur kein homogenes Stadtbild.


Ich hatte gerne in Berlin gelebt. Damals war die Stadt noch geteilt. Es hatte mich ungemein gereizt, nach dem Fall der Mauer wieder dort zu leben. Derzeit tröste ich mich mit dem Aufenthalt in New York. Es muß ja nicht immer Berlin sein, sage ich mir.

Das Humboldtforum inhaltlich mitzugestalten, dürfte interessant sein. Von Hamburg, wo ich viel in Bürgerbeteiligungsprozessen mitwirkte, sind mir zu Themen organsierte öffentliche Diskussionsplattformen im Internet geläufig. Berlin sollte sich der Bevölkerung der Bundesrepublik öffnen und zur Diskussion dessen aufrufen, was aus dem Humboldtforum alles gemacht werden sollte. Platz gibt es in dem Gebäude dann reichlich.

Den meisten Menschen ist die Architektur egal, sie wollen Orte, wo etwas Interessantes stattfindet. Den Leuten ist auch völlig wurscht, wer der Architekt war.

VUB



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