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Verfasst am: 28. 11. 2009 [20:25]
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VUB
Dabei seit: 23.11.2009
Beiträge: 52
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Hallo Niklas, Du hattest geschrieben: Niklas schrieb: Ich hatte den Begriff der Hybriden Architektur immer auf die Programmatik bezogen. Wenn man dies auf die Struktur der Architektur bezieht gibt es natürlich andere Schlussfolgerungen. Dann müßte es genaugenommen eine Hybridprogrammatik und parallel dazu eine Hybridarchitektur gegen, in der gemäß einer solchen Programmtik Raum geschaffen ist. Wenn es also um die Bauform selbst geht, muß trotzdem zwischen Tragwerk und Hülle unterschieden werden. Wir sehen von einem Gebäude innen wie außen nur die Oberflächen der Baustoffe. Es bleibt uns verborgen, wie diese Hüllflächen aufgebaut sind, oder es wird uns etwas davon gezeigt. Von einer "Struktur der Architektur" zu sprechen, müßte dann eine Bezugnahme sein, die noch mehr ausdifferenziert werden muß, um den Terminus zu verstehen. Niklas schrieb: Es wird eine neue Definition der zeitgenössischen Architektur gesucht. Definitionen sind Sätze, in denen Worte durch Worte erklärt werden, ohne das in der Erklärung wirklich eine Erläuterung gegeben werden kann, weil die Erklärung schon voraussetzt, daß man etwas darüber weiß. Man kann etwas nicht durch sich selbst erklären, sondern muß anders vorgehen. Es bleibt nur den Weg, erste provisorische Termini einzuführen, um darauf aufbauend zu explizit festgelegten Termini zu gelangen, die dann festschreiben, was Hybridarchitektur ist. Das Zitat ist interessant: Niklas schrieb: So schreibt Prof. Wolff-Plottegg, TU Wien: "Seit die Postmoderne den Nachweis geliefert hat, dass sowieso alle Formen überall gebaut werden können, seit mit Hilfe des Computers auch nie da gewesene, beliebige Formen generiert werden können, seit sich folglich Ziele wie die Einheit von Form-Funktion-Konstruktion oder Ableitungen wie Form-Follows-Function als ebenso obsolet herausgestellt haben wie die typologische Verankerung in Ort und Geschichte, ist die Architektur(- theorie) im Limesbild der Austauschbarkeit der Ismen gefangen, weiß nicht mehr weiter. Es wird behauptet, die Postmoderne habe den Nachweis geliefert, dass sowieso alle Bauten überall gebaut werden können. Ich frage mich, wo eine "Postmoderne" einen solchen Nachweis erbringen wollte. Auch wird gemeint, die Architekturtheorie habe sich in den Ismen verfangen, wüßte nicht mehr weiter. Stattdessen wird kühn gesagt, ohne dadurch glaubhaft sein zu können: Niklas schrieb: Ein Ausweg bahnt sich in der Hybrid Architektur an: nun werden morphing, merging, scaling prozessual auf die Funktionen angewendet; dies ist nicht nur die logische Fortsetzung in der Anwendung der tools, dies zeichnet sich auch unter dem Begriff Verfügungsbauten in der Pragmatik der Immobilienwirtschaft ab. Morphing (Formgebung), Merging (Verschmelzung) und Scaling (Dimensionierung) befanden und befinden sich beim Entwerfen von Gebäuden grundsätzlich in einem prozeßhaften Vorgang vereint. Daß die derzeitigen Arbeitsgeräte (Tools) neue Möglichkeiten des Entwurfs bieten, sagt ja nicht, daß das, was am Ende dabei herausgekommen ist, per se gut ist. Es kann auch mißlungen sein. Daß Bezug genommen wird auf die Immobilienwirtschaft, könnte darauf hindeuten, daß Hybridarchitektur hauptsächlich der Gewinnmaximierung oder anderen Zwecken solcher Unternehmen dienen will, durch Büros, die dick im Geschäft sein wollen. Niklas schrieb: Hybrid Architektur ist die ultimative Abkehr von Funktionstrennungen und vom Planungsdeterminismus, von der traditionellen Objekt-Architektur hin zu einer prozesshaften Steuerung der Architektur." http://plottegg.tuwien.ac.at/ Es würde mich sehr wundern, wenn Planer es schaffen, sich ultimativ von Funktionstrennungen zu verabschieden und in der Lage wären, eine "prozeßhafte Steuerung der Architektur" andauernd zu betreiben. Ein solches Spiel würde eine permanente Revolution bedeuten und dazu führen, Bauten zu schaffen, die andauernd den Bedürfnissen folgen können. Bauten sind jedoch Festschreibungen. Umbauten sind immer kostenintensiv und werden nur selten vorgenommen, nämlich dann, wenn sich Investoren finden, die etwas Neues daraus machen wollen. Bauten, besonders verunglückte Gestaltungen, sind immer sehr langlebig. Hybride Architektur als Thema und was das sein soll, ist nach wie vor ein ganz offenes Diskussionsfeld. VUB |
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