Thema ohne neue Antworten

Wichtigsten bautechnischen Neuerungen der römischen Architektur?

Autor Nachricht
Verfasst am: 10. 09. 2009 [12:31]
Archar
Themenersteller
Dabei seit: 03.08.2009
Beiträge: 34
Wer kann mir kurz und bündig erklären, was die Römer neues entwickelt haben. Gibt es etwas besonderes, worauf wir auch heute nicht verzichten können?
Verfasst am: 10. 09. 2009 [12:35]
LieseMüller
Dabei seit: 07.08.2009
Beiträge: 45
Ah, du büffelst wohl über den Baugeschichtsfragen für die Prüfung?! Also sicher weiß ich, dass wir dank den Römern Beton haben. Sie vermischten ihren Mörtel mit Sand und Kies und Voilà: Beton
Verfasst am: 10. 09. 2009 [12:37]
kurtz
Dabei seit: 02.09.2009
Beiträge: 10
Ich glaub auch Wohnblöcke, insulae?! haben wir von ihnen.
Verfasst am: 10. 09. 2009 [12:39]
Archar
Themenersteller
Dabei seit: 03.08.2009
Beiträge: 34
Oh, danke für die schnellen Antworten. Habt Ihr eine Liste wo solche Sachen drinstehen? Irgendwas mit kurzen Erklärungen?
Verfasst am: 10. 09. 2009 [12:42]
LieseMüller
Dabei seit: 07.08.2009
Beiträge: 45
hmmm. Ne. Aber Schau doch mal in Kochs Baustilkunde. http://www.uni-online.de/artikel.php?link=2720
Verfasst am: 17. 09. 2009 [05:13]
Thilo
Dabei seit: 24.07.2007
Beiträge: 5
Die Römer hatten nicht nur "Beton".
Das Ganze hieß "Opus Caementitium" und ist bei Wikipedia sicher gut beschrieben.

gebrannter Kalk, Wasser und Sand, dazu Puzzolane und Bruchstein - und schon haben wir das Wunderwerk, das Aquädukte und z.B. das Pantheon zusammenhielt: Römischen Beton.

Das Zeug haben die guten Römer übrigens auch für ihre Hafenanlagen und sogar unter Wasser eingesetzt, weil es hydraulisch abbindet.

Das Mittelalter hat uns übrigens Vergessen beschert. Für einige Jahrhunderte hatten wir Europäer keinen Schimmer mehr, wie das mit dem Beton funktionierte... Tja.


Also. Neuerung, die mir einfallen, waren
1. Beton nicht wirklich, hatten sogar die Phönizier schon. Aber in diesen Mengen wars wohl neu.
2. Fließendes Wasser in den Städten, und zwar ausreichend (Aquädukte, Thermen usw.)
3. Fußbodenheizung
4. Gewaltiges Straßennetz aus fast unzerstörbaren Straßen.

Warn halt krasse Übertreiber, die ollen Römer...
Verfasst am: 24. 11. 2009 [17:42]
VUB
Dabei seit: 23.11.2009
Beiträge: 52
Archar schrieb:

Wer kann mir kurz und bündig erklären, was die Römer neues entwickelt haben. Gibt es etwas besonderes, worauf wir auch heute nicht verzichten können?


Hallo "Archar",

vermutlich sind die Fragen falsch gestellt. Das römische Reich ist entstanden und vor sich hin gewachsen, bis es wieder zerfiel. Was in dem wachsenden und zerfallenden Herrschaftsraum bereits vorhanden war und was sich darauf aufbaute, kann ganz unterschiedlich sein. Einfach zu sagen, die Römer hätten dies und das gemacht, reduziert sicherlich den Erkenntnisgewinn. Genauso schwierig ist es zu wissen, was sich daraus nach dem Untergang des römischen Reiches weiterentwickelte. Das in der deutschen Baugeschichte tradierte Wissen dazu ist eher unscheinbar und wird den Werdegängen kaum gerecht. Dies liegt an dem geringen Zeitumfang, in dem man sich in den Studiengängen damit auseinandersetzen will. Die Baugeschichte ist wesentlich spannender und tiefer gehender.

Das Thema "Beton" ist ein weites Feld. Die dynamische Entwicklung dieses Baustoffes ergab sich wohl im frühen 19.Jahrhundert. Dabei spielte es kaum eine Rolle, daß es in der Zeit des Bestehens des römischen Reiches bereits Bindemittel gab. Die gab es auch vorher und danach immer. Die schwierigere Frage ist, was das Wort "Beton" eigentlich genau meint. Da im Wissenschaftsbetrieb nicht mit Definitionen gearbeitet werden darf, sondern nur mit explizit eingesetzten Termini, muß in einer Ausarbeitung vorab geklärt sein, was mit einem Terminus gemeint ist. Wenn Du "Beton" sagst, muß klar sein, was genau das ist. Deshalb kann es so sein, daß das, was die Römer kannten und verwandten, deshalb kein "Beton" ist, weil der gerade explizit eingeführte Terminus Beton nur etwas ganz Bestimmtes umfaßt.
Wenn ein Terminus so weit gefaßt wurde, daß die Betonarten des 19. und 20.Jahrhunderts ebenso hineinpassen wie das, was in den Jahrhunderten zuvor, also auch in der Römerzeit hergestellt wurde, dann läßt sich das so beschreiben, als habe es seit der Römerzeit immer schon Beton gegeben.

Statt Römisches Reich sag besser "mediterraner Kulturraum". Dort entstand zum Beispiel eine Flachziegelbauweise, die wir bis heute verwenden und derzeit als Flachziegelschale kennen. Die Guastavinos haben dieses traditionelle Bauverfahren einzuwölben im späten 19. und frühen 20.Jahrhundert modernisiert und in Spanien und in den USA unglaublich viele Flachziegelschalenbauten errichtet. Ein ebenso berühmter Baumeister, der diese "katalanische" Wölbungstechnik verwendete,
war Antoni Gaudi. Er konnte auf den Erfahrungen des älteren Rafael Guastavino aufbauen.

Der Baustoffe und ihre klugen Verwendungen gibt es gar viele. Die antiken "Römer" waren nicht schlauer als die Menschen heute und umgekehrt.

VUB


Verfasst am: 24. 11. 2009 [18:04]
kurtz
Dabei seit: 02.09.2009
Beiträge: 10
Hai,

das ist auf jeden Fall gut zum Verständnis. Ich habe mit'nem Fragenkatalog gelernt, Häng ihn dir an, war ganz gut, hab bestanden; )
Dateianhang

baugeschichte1.pdf (Typ: application/pdf, Größe: 17.56 Kilobytes) — 292 mal heruntergeladen
Verfasst am: 24. 11. 2009 [18:37]
VUB
Dabei seit: 23.11.2009
Beiträge: 52
kurtz schrieb:

Hai,

das ist auf jeden Fall gut zum Verständnis. Ich habe mit'nem Fragenkatalog gelernt, Häng ihn dir an, war ganz gut, hab bestanden; )


Prima. Ich rief die pdf-Datei auf und las neugierig. Da steht:
"Ablauf der Prüfung:
Der Prüfer/die Prüferin zeigt Bilder von Bauten, die Gegenstand der Vorlesung
gewesen sind."

Es wird also eine Vorlesung und wie sie im Gedächtnis verblieb, beurteilt. Die Studierenden haben theoretisch die Möglichkeit, die Vorlesung inhaltlich kritisch zu erweitern, während sie geprüft werden. Die Vorlesung muß nicht gut gewesen sein.

"Die Gruppe bespricht, analysiert und interpretiert diese Bauten entweder
einzeln oder gemeinsam."

Hm, ja, das gibt Raum für Einzelne und eine Gruppe. Andererseits fragt es sich natürlich, wie solche Bauten ausgewertet wurden. Da gibt es sehr viele Arbeitsansätze.

"Grundlage für die Benotung ist die während der Prüfung dargelegte allgemeine
Kenntnis der europäischen Baugeschichte von der Antike bis heute."

An diesem Satz fällt auf, daß in Deutschland nur eine eurozentristische Baugeschichte gelehrt wird. Es entsteht also kaum ein Verständnis von den interkulturellen Zusammenhängen des Wachsens des Bauwesens auf dem Planeten. Es wird nicht gelehrt, wie sich Ideen entfalten und gegenseitig beeinflußen oder unabhängig voneinander entstehen. Baugeschichte global betrieben ist wesentlich spannender als dieser eurozentristisch orientierte Hochschulbetrieb.
VUB
http://shortstoriesingerman.blogspot.com/




Detail, 21.05.12
  
Most Wanted:

GRUNDRISS

User Community:

Wer ist Online: 0 User

Registrierte User: 4204

Die drei neuesten Mitglieder

ronja
F.kühnel
wala

Noch kein Mitglied?

Jetzt anmelden!

Jetzt Angebote sichern:

Exklusive DETAIL-Angebote für Studenten

Detail Shop
Die Top 5 bestseller:
  1. 1. Holzbau Atlas Studentenpreis
  2. 2. Atlas Sanierung Studentenpreis
  3. 3. Der neue Architekt
  4. 4. DETAIL Praxis Digitale Prozesse
  5. 5. Taschenhandbuch Baupraxis

Zum Shop