Was ist mit Euren Fachschaftsvertretern los?!

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Was ist mit Euren Fachschaftsvertretern los?!

Was ist mit Euren Fachschaftsvertretern los?!

Beim DETAIL X Hochschulranking 2008, dem deutschlandweit grösste Ranking im Bereich Architektur, hat kaum eine Fachschaftsvertretung wirklich gute Noten kassierte.

Die Fachschaften wurden im Durchschnitt mit nur 2,5 Bewertet. Der eine Ausreißer ist die Fachschaft der HTWG Konstanz mit der Bestnote 1,3. 

Was ist los mit Euren Fachschaftsvertretern haben wir uns gefragt und bei den besten Fachschaftsvertretern mal nachgefragt, worauf es ankommt. Fazit: Ihr seid die Fachschaft! Also müsst ihr auch eure Interessen vertreten lernen. Natürlich braucht Ihr dazu auch ein paar engagierte Vetreter!

Interview mit Oliver Fink - FS HTWG Konstanz

Du bist Oliver Fink von den Fachschaftsvertretern des Fachbereich Architektur der HTWG Konstanz. Wie viele seid Ihr insgesamt?
Wir sind drei von der Fachschaft und noch mal drei von der Studienkommission. Wir haben sehr eng zusammengearbeitet.

 
Die Studienkommission ist für die Verbesserung der Lehre und das Finanzielle zuständig, nach dem es ja seit insgesamt drei Semestern die Studiengebühren gibt. Die Studenten haben über die Studienkommission auch ein Wörtchen mitzureden.

Ihr seid zur besten Fachschaftsvertretung gekürt worden, was denkst du warum?
Also das liegt zum einen sicherlich am Voting selbst und zum anderen daran, dass wir versucht haben alle Studenten mit in unsere Entscheidungen und in unsere Meinungsbildung ein zu beziehen. Wir haben uns schon in den Semesterferien zusammengesetzt und eine Art To-Do-Liste zusammengeschrieben und einer der wichtigsten Punkte war das Jour Fixe. Das ist ein fester Termin, ein Treffen.

 
Erst hatten wir es alle zwei Wochen geplant, aber dann haben wir uns Anfang des Semesters doch jeden Montag getroffen. Wir haben sowohl Studenten, als auch Professoren eingeladen, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Wir sind ja nur sechs Leute und sollen 300 Studenten vertreten. Da ist es natürlich schon wichtig, wenn man weiß, dass die Mehrheit hinter einem steht.

 
Wie lief das Jour-Fixe ab?
Das Jour-Fixe lief so ab, dass wir am Anfang immer die  Themen, die in den Fachbereichstreffen besprochen worden sind unseren Kommilitonen erklärt haben. Wir haben gesagt, wie wir dazu stehen und haben dann gefragt was sie davon halten und ob unser Ansatz richtig ist. Meistens gab es dann rege Diskussionen. Oftmals gab es wichtige Entscheidungen zu treffen, bei denen es wichtig ist, dass man auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Dadurch fällt es uns einfacher in den Diskussionen mit den Professoren hartnäckig zu bleiben.

Ich weiß jetzt nicht, wie es beim Diplom-Studium war. Aber beim Bachelor-Studium ist es so, dass man sehr wenig Zeit hat, weil einfach das Ganze sehr gepresst ist. Deshalb wollen wir auf die Studenten zugehen und nicht warten bis die Probleme zu groß werden. Meistens ist es dann schon zu spät. Bei einem Bachelor-Studium ist es natürlich so, dass die Fachschaft häufig von Studenten aus den unteren Semestern betrieben wird und da ist es natürlich schwierig zu erfahren, was eigentlich in den höheren Semestern, oder auch bei den Master- und Diplom-Studenten los ist und wo es Probleme gibt. Es ist wichtig, dass wir im Austausch bleiben.

Jetzt seid Ihr insgesamt sechs Leute, was hat euch dazu bewogen die Aufgabe zu übernehmen? Was hat dich dazu bewogen und was die anderen?
Bei mir und Heiko war es so, dass wir unsere Vorgänger schon im ersten Semester kennen gelernt haben und dadurch sehr früh mit der Materie konfrontiert wurden. Ich war schon in der Schule Schülersprecher und insofern vorbelastet. Im Endeffekt ist es ja auch wichtig etwas zu bewegen und wenn man die Möglichkeit hat ist das natürlich toll.

 
Eva, Johannes und Sven von der Studienkommission haben wir gezielt angesprochen, weil wir von Ihnen dachten, dass Sie das nötige Durchsetzungsvermögen und Engagement mitbringen. Gerade Johannes war eine große Hilfe, da er vor dem Architekturstudium Politik studiert hatte und uns somit fachlich und rhetorisch eine große Hilfe war. Wir wussten, dass man sich auf die drei verlassen kann. Wir haben ihnen erzählt, was wir so vorhaben und sie haben eigentlich gleich gesagt, dass sie dabei sind.

 
Wie viel gibt es pro Woche zu tun und wie teilt Ihr Euch das ein? Wie oft seid ihr Präsent?
Präsent sind wir von Montag bis Sonntag. Ich und auch viele andere sind während dem Semester eigentlich kaum zu Hause, weil einfach keine Zeit bleibt. 

Dann wohnst du ja an der Uni!
Mehr oder Weniger, ja. Meine Mitbewohner haben schon auch mal gefragt, ob sie sich nicht doch einen anderen Mitbewohner suchen sollten, weil eigentlich die Miete ja kaum lohnt. Zeitweise ist man schon sehr viel an der Uni. Und wir haben Arbeitsräume, da macht es auch Spaß. Man ist ständig unter Freunden, mal mehr mal weniger und von dem her ist es nicht so schlimm.

 
Wir haben zwei Arbeitsräume im Dachgeschoss und noch einen Diplom- und Masterarbeitsraum einen Stock tiefer. Einer von uns ist dort eigentlich immer anzutreffen. Das wissen alle. Wir haben das Glück, dass wir eine relativ kleine Fakultät sind und wir uns deshalb fast alle persönlich kennen. Sei es aus dem Arbeitsraum oder von der ein oder anderen Party.

Was denkst du, wie der Aufwand in Stunden überschlagsmäßig ist, wenn ihr das Jour-Fixe macht und die Studiengangstreffen mit den Professoren?
Wie viele Stunden es sind, kann ich schlecht sagen. Wir haben fast jeden Mittwoch von 11.30 bis 13.30 Uhr zusammen mit den Professoren eine Fakultätsratssitzung. An den Tagen davor, auch am Wochenende, treffen wir uns, um aufzubereiten, was die Woche davor besprochen wurde. Wir schauen auf welchem Stand wir sind.

So fangen wir nicht wieder bei null an. Am Anfang vom Semester ist der Zeitaufwand sehr groß und am Ende haben wir nur noch wenig Zeit für die Fachschaft. Wir regeln deshalb die wichtigsten Sachen am Anfang und weisen die Professoren auch darauf hin, dass wir schauen müssen die Sachen vom Tisch zu kriegen. Und wir haben eben fast jeden Montag das Jour Fixe.

Beratet Ihr Eure Kommilitonen auch? Mit welchen Fragen kommen Sie zu Euch?
Wenn irgendwelche Fragen zum Modulhandbuch oder zu irgendwelchen WP’s kommen, zum Beispiel welche man machen sollte, wie viel man überhaupt braucht und wann man sie machen sollte, sind wir in der Regel die Ansprechpartner. Es gibt sehr viele Fragen, was das Modulhandbuch betrifft oder wie das Studium abläuft etc. Was mit den Studiengebühren passiert, wollen unsere Kommilitonen natürlich auch wissen. Alles mögliche also.

Werdet Ihr aufgeklärt was mit den Studiengebühren in eurem Studiengang passiert?
Auf jeden Fall, da können wir auch mitreden. Die Studienkommission hat drei Stimmen von insgesamt ca. 10-11, da bin ich mir nicht ganz sicher. Wir sind bei den Verhandlungen dabei. Da wird dann auch rege diskutiert, ob wir es wirklich dafür ausgeben sollen oder ob etwas anderes Priorität hat. Man merkt sehr deutlich, dass der Staat die Mittel kürzt, seit es die Studiengebühren gibt. Unser Rechenpool z.B. muss jetzt aus Studiengebühren bezahlt werden, ebenso wie Tutoren. Zuvor wurden diese Posten aus dem staatlichen Zuschuss bezahlt. Es gäbe sehr viele weitere Beispiele.

 
Wie viele Veranstaltungen organisiert Ihr pro Semester? Bleibt dafür überhaupt noch die Zeit?
Wir haben lange überlegt, ob wir eine Party machen sollen, oder nicht. Letztendlich haben wir doch eine auf die Beine gestellt, zusammen mit den Kommunikationsdesigner und mit den Bauingenieuren. Die Kommunikationsdesigner gehören zu unserer Fakultät und mit den Bauingenieuren teilen wir ein Gebäude. Später im Beruf haben wir mit ihnen ja auch zu tun. Wir haben alle zusammen am Rheinufer ein Sommerfest veranstaltet. Nachdem man die meiste Zeit im Arbeitsraum verbringt, war es toll die Bauingenieure und Kommunikationsdesigner kennen zu lernen. Das war auch einer der Hauptgründe der Veranstaltung.

 
Ihr habt eine eigene Seite, wie kommt es dazu und wer pflegt sie?
Wie es zu dieser Seite kommt weiß ich nicht. Gepflegt wird sie nicht. Wir haben von Anfang an versucht sie offline zu stellen, weil keiner von uns die Fähigkeit hat sie zu pflegen und darin Zeit zu investieren. Im nächsten Semester aber setzt sich das Fachschaftsteam neu zusammen und da ist einer dabei, der sie hoffentlich pflegen kann. Es wird dann wohl auch neuen und immer wieder aktuellen Content geben. Derzeit wissen alle, dass sie uns nicht über diese Seite erreichen können, sondern nur persönlich in den Arbeitsräumen oder über unsere privaten e-Mailadressen. Beim Jour-Fixe, wo es auch alle Infos gibt, können sie uns natürlich ebenso ansprechen.

 
Ihr setzt Euch neu zusammen. Wie regelt ihr die Nachfolge?
Unsere Legislaturperiode ist nun vorbei. Wir haben intensiv „Wahlkampf“ betrieben und es sind wieder sehr engagierte Studenten am Start. Wir haben es geschafft, dass es nun anstatt drei Fachschaftsvertreter sechs Architekten in der Fachschaft geben wird. Es ist eigentlich so, dass die Kommunikationsdesigner und wir zusammen eine Fachschaft bilden und je nach Wahlbeteiligung sind es eben mehr von den einen oder von den anderen. Uns war es ein Anliegen, das nun mehr Architekten in der Fachschaft sind, weil es sehr viel Arbeit gibt. Diesmal sind auch Masterstudenten und Diplomstudenten dabei.

 
Wie wird das neue Team eingeführt?
Wir machen eine richtige Übergabe, damit sie nicht von null anfangen müssen. Sie sollen an das was wir vorangetrieben haben anknüpfen können. Es ist auch gar nicht die Zeit da, erst mal ein Semester lang zu gucken wie alles geht und mit welchen Professoren sie es zu tun haben, wie sie an die Probleme herangehen und so weiter. Wichtig ist, dass sie wissen was in den letzten Monaten und Jahren bereits beschlossen wurde, damit es keine Doppelungen und damit unnötige Arbeit gibt. Eva, die momentan in der Studienkommission ist wird auch weiterhin dabei sein, sodass jemand im Boot ist die Erfahrung mitbringt.

 
Wie ist das Verhältnis zwischen den Professoren und Euch, wie klappt die Zusammenarbeit?
Das Verhältnis zwischen den Professoren und den Studenten ist eigentlich sehr gut. Das Verständnis, was die Probleme anbelangt ist nicht immer so wie man es sich wünschen würde, aber man kann mit Ihnen auf jeden Fall diskutieren. Wenn man ordentliche Argumente anbringt kommt man normalerweise schon auf einen grünen Zweig. Das wichtigste ist, dass man hartnäckig bleibt. Man muss verfolgen, ob die Beschlüsse umgesetzt werden, und schauen, dass alles ordentlich koordiniert wird. Sonst bringen die Diskussionen und Beschlüsse nichts. Was ich an dieser Stelle aber nicht vergessen möchte: Unser Dekan hat sich immer sehr für die Studenten eingesetzt und hatte immer ein offenes Ohr für Probleme oder Fragen.

 
Unterstützt die Hochschule Eure Arbeit? Und wenn ja, wie?
Sie erleichtert uns nicht die Arbeit. Wir haben zum Beispiel das Problem gehabt, dass eine Schnittstelle zwischen Kommunikationsdesign und Architektur geschaffen werden soll. In diesem Zuge haben wir eine Professorenstelle verloren. Der Grundgedanke ist sicher richtig, allerdings hätte man, meiner Meinung nach, einfach mehr Zeit gebraucht und für diese zusätzliche Stelle einen weiteren Professor. Man kann nicht eine Lehrveranstaltung mehr anbieten wollen, ohne eine weitere Stelle zu schaffen. Das Architekturstudium ist ein sehr betreuungsintensives Studium, dafür braucht man so viele Professoren wie möglich. Man kann mit unserem Präsident über diese Dinge sicher reden, doch ist es eher schwierig für unsere Situation Verständnis zu haben. Dazu muss man in der Materie stecken. 

 
Welches Fazit ziehst du aus deiner Fachschaftsarbeit und was wünschst du dir?
Ich wünsche mir von den Studenten, dass sie nicht nur auf ihr eigenes Studium schauen, sondern auch über den Tellerrand hinausblicken. Im Team mit allen Studenten kann man etwas bewegen und verbessern. Speziell im Bachelor-Studium ist es wichtig, dass die Lehre an Qualität gewinnt und nicht weiter an Qualität verliert. Von den Professoren wünsche ich mir, dass sie eine gute Zusammenarbeit pflegen. Sie sollen weiterhin studentischen Belangen offen gegenüber stehen und mit den Studenten gemeinsam entscheiden. Alles in allem ist die Fachschaftsarbeit eine wichtige und notwendige Aufgabe, die viele Vorteile bringt und die Engagement verlangt. Der Lohn ist die Bewegung im Spiel und wenn man mit Hartnäckigkeit und Ausdauer etwas erreichen konnte.

 
Vielen Dank Oliver und noch viel Erfolg bei der Fachschaftsarbeit und natürlich im Studium.
Ich danke auch und bin gespannt wie es weitergeht.

 
Wir danken Oliver Fink
Fachschaftsvertreter
Fakultät Architektur und Kommunikationsdesign
HTWG Konstanz

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