Zur 60. Berlinale 2010 wird der Film "Metropolis" in der restaurierten Originalfassung gezeigt und die Geschichte des spektakulären Fundes dokumentiert. Jahrzehnte lang glaubte man, die Originalfassung sei für immer verloren, bis schließlich das Originalmaterial auftauchte und wieder hergestellt werden konnte.

Im DETAIL X-Juni-Magazin des vergangenen Jahres mit dem Titel „Architektur und Film“, haben wir Euch die Großstadtvisionen der Filmarchitekten Otto Hunte, Erich Kettelhut, Karl Vollbrecht und Walter Schultze-Mittendorf in Fritz Langs Film Metropolis aus dem Jahr 1927 vorgestellt.
Der Film Metropolis gilt als Klassiker der expressionistischen Filmkunst. Erst Jahre nach seiner Premiere bekam er allseits Aufmerksamkeit, allerdings in einer gekürzten Fassung. Die für die Kurzfassung raus geschnittenen Szenen, schienen für immer verloren. 2008 tauchten dann aber doch 30 Minuten Metropolis-Filmszenen und Sequenzen auf und konnten wieder hergestellt werden.
Die Architektur im Film „Metropolis“ besteht aus Wolkenkratzern. Es gibt zwar zwar eine parallele zum New York der späten 1920er Jahre, aber Plot und Technik sind visionär. Die Stadt ist geteilt in Oberschicht und Unterschicht. Die Unterschicht, das arbeitende Volk, wird von der Oberschicht wie Arbeitssklaven gehalten. Ihr seht Häuserschluchten in denen Straßen und auch Gleise wie eingepresst wirken. Die Häuser und Quartiere der Arbeiter sind schlicht, dunkel, eng und beängstigend gestaltet. Die Gebäude der dekadenten Oberschicht hingegen sind voller Prunk und Protz. Alles in allem schaffte es das Filmarchitektenteam eine utopische Großstadtvisionen zu entwickeln, die Künstler und Architekten nachhaltig inspirieren sollte.
Am 12. Februar 2010 zeitgleich im Berliner Friedrichstadtpalast und in der Alten Oper in Frankfurt die Weltpremiere der restaurierten Metropolis-Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung statt. Der Kultursender Arte wird das Spektakel live übertragen und im Anschluss die Geschichte des Fundes in einem Dokumentarfilm zeigen. Am 13. Februar findet in der Deutschen Kinemathek in Berlin ein Panel-Diskussion namens "The Complete Metropolis", als Auftakt für die gleichnamige Ausstellung zum Ereignis, statt.
Die Geschichte der Restauration von "Metropolis" ist auch Teil des ZEITmagazin-Jubiläumsheftes, das zur Berlinale am 11. Februar 2010 erscheint, denn die Zeit hat maßgeblichen Anteil an dem sensationellen Fund: Als die ZEITmagazin-Autorin Karen Naundorf vor zwei Jahren von der sensationellen Entdeckung der Filmsequenzen im Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken erfuhr, kam die Sache ins Rollen. Film-Experten, Filmhistoriker und Fritz-Lang-Spezialisten bestätigten die Echtheit des Materials. Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und das ZEITmagazin sorgten für die Restaurierung der Originalfassung.