Es passiert was, allerorts. In vielen brahcliegenden Arealen, leerstehenden Industrieanlagen oder toten Plätzen entstehen blühende Stadtlandschaften. Oft heisst das Zauberwort „Zwischennutzung“, manches Mal aber auch "Umnutzung" und zwar dauerhaft, oder sogar auf ewig. Es werden junge und kreative Ideen als Impulse in Richtung Stadtplanungsamt ausgesendet.
Beispiele gibt es viele, wir stellen Euch erstmal drei vor:
Sproutbau – oder ein Sommer im Beton
Was es mit dem „Sproutbau“ auf sich hatte ist schnell erklärt, denn es ist ebenso genial, wie einfach: Menschen arbeiten und wohnen für einen Monat an ihren eigenen und gemeinsamen Projektideen, die zum einen des idealen Wohnens also jedweder Wohnutopien entspringen und zum anderen im nachhaltigen und autonomen Wohnen liegen. Der „Sproutbau“ selbst war ein leerstehendes Hochhaus am Rande von Bremen.
Für einen Monat lang zogen Menschen ein. Es sollten Freundschaften sprießen, aber auch Arbeitsgruppen, Kooperationen und Vernetzungen entstehen. Das Haus stand kurz vor dem Abriss und genau diesen Charme nutzen die Kreativen, um Fantasien zur individuellen Umgestaltung innerer und äußerer Wohnbereiche freien Lauf zu lassen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Frage: Wie können wir uns in unserem Leben so einrichten, dass wir weder Energiereserven vollends ausschöpfen und beträchtliche Spuren in unserer Umwelt hinterlassen, noch uns dauerhaft abhängig machen von externen Serviceleistungen? Im „Sproutbau“ waren Experimente gefragt, die unsere Art und Weise zu leben durchleuchten und Alternativen anstreben.
Containerdorf für junge Start-up’s
Das „Basislager“ aus 180 Container bietet jungen Kreativen günstige Arbeitsplätze.
Der Räffelpark in Wiedikon bei Zürich, in dem die Container stehen war ein Stück Brachland. Es ist im Besitz der Swiss Life. Bis zur endgültigen und festen Bebauung in ein paar Jahren hatten sie die Idee hier eine kreative Siedlung mit übereinander geschachtelten Containern entstehen zu lassen.
Im „Basislager“ können Kulturschaffende und Jungunternehmer aus dem Kreativbereich einen günstigen Platz zum Arbeiten finden. 25 Quadratmeter Fläche im Container kosten nur 400 Franken pro Monat, inklusive Heizung.
Die Container werden im Rohbau angeboten, sodass sich jeder einrichten kann wie er mag. Zentrale sanitäre Einrichtungen sowie Internetanschlüsse sind dennoch vorhanden. Wie lange das „Basislager“ stehen wird ist noch nicht klar, aber mit einer Zweijährigen Zwischennutzung kann man in jedem Fall rechnen. Die Idee ist in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt *zone imaginaire von der Hochschule Rapperswil entstanden.

Kreativkaufhaus am Moritzplatz
Modulor arbeitet an einem Kreativkaufhaus am Berliner Moritzplatz. Auserkoren ist das ehemalige Bechsteinhaus. Die Immobilie verfügt allein im Bestandsgebäude über ca. 16.000 m2 Nutzfläche - mehr als genug für Modulor und perfekt geeignet, um die Vision von einem integrierten Standort für die Kreativwirtschaft umzusetzen. Dieses zukünftige “Modulor Haus” konzentriert ein fast vollständiges Angebot an Produkten und Dienstleistungen für Kreative an einem attraktiven Ort.
Hauptanziehungspunkt ist das Modulor “Kaufhaus für Kreative” auf ca. 5.000 m2. Drumherum gruppieren sich etwa 40 Dienstleistungs-, Handels- und Handwerksbetriebe, aber auch soziale und kulturelle Projekte, die ebenfalls eine kreative Zielgruppen ansprechen. Eine Win-Win-Situation: Modulor und alles was man sonst noch so braucht, wie zum Beispiel Digitaldruck, Werbetechnik, ökologische Baustoffe, hochwertige Handwerkzeuge, sogar ein Buchladen, oder eine Möbeltischlerei, sogar Apple Händler und -Service Provider, Veranstaltungs- und Workshopräume, Mietwerkstätten, Atelierräume für Künstler, Kindergarten, Gastronomie und so weiter und so fort.
In etwa einem Jahr geht es los, dann kann man im neuen „Modulor Haus“ shoppen, arbeiten, Inspirationen sammeln oder Fachsimpeln bis der Arzt kommt. Nicht von Zwischennutzung, sondern vielleicht eher von Umnutzung und Revitalisierung muss man am Moritzplatz jedoch sprechen. Und wenn dann noch das Dach begehbar oder sogar bewohnbar ist und man einen schönen Blick auf „Mitte“ hat, dann, ja dann bleiben wirkliche keine Fragen mehr offen und man wundert sich nur, wieso niemandem die Idee früher gekommen ist.
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Tina Seyffert