Die Stadt

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Budapest - Alles in Allem Teil II

Von Architekten, traditioneller Architektur und Nagybörzsöny

Gar nicht so weit weg vom Stadtpark findet Ihr Szent István Egyetem Ybl Miklós Építéstudományi Kar. Hier habe ich Zsuzsa und István vom Fachbereich für volkstümliche Architektur besucht. Levente war natürlich auch mit von der Partie. Er ist Zsuzsas kleiner Sohn.

In einer Stadt die derart viele Altertümer und historische Architektur hat sind Themen wie energetische und denkmalgerechte Sanierung, Denkmalschutz- und pflege, Bauen im Bestand und neue Lösungen im Bereich der Stadtentwicklung, aber auch Bestandaufnahmen und Baugeschichte und – analyse gefragte Themen.

Fachbereich und Fachschaft

Was die da machen? Natürlich Architektur studieren. Allerdings funktioniert das Studium bei ihnen ein wenig anders, als bei uns. Vielleicht könnte man den Fachbereich mit einem „Bauen im Bestand“-Fachbereich an einer deutschen Hochschule vergleichen. Sie können nicht nur alt, sie lernen auch neu. Aber in jedem Fall lernen sie es von der Pike auf und als echte Handarbeit. Solch akribisch gezeichnete Skizzen, wie die der dortigen Studenten, findet man Hierzulande sehr selten.

Who is Who

Jetzt wollt Ihr natürlich wissen wer die drei sind, von denen ich erzählte.
István Fülöp ist Architekt und seit 2004 als Lehrender an der Ybl. Vorher hatte er dort seinen Abschluss gemacht und war danach an der "Wanderschule" des Kós Károly Vereins, bis er seinen Meistertitel erhielt. Während dieser Zeit konnte er in Ungarns größten Architekturbüros arbeiten. Am Ybl. war er zuerst als Außenmitarbeiter beschäftigt und danach als „Lehrstuhlsingenieur“ tätig. 2005 übertrug man ihm die Leitung für die Fachschaft. István bereitet sich zurzeit in Pécs auf die Promotion vor. Zsuzsa ist Architekturstudentin an der Hochschule und als Betreuerin ebenfalls in der Fachschaft engagiert. Sie sitzt mit István in einem Büro. Mehr über Zsuzsa erfahrt Ihr in ihrem Blog.

Levente ist Zsuzsa’s dreijähriger und absolut goldiger Sohn. Bei vielen Aktivitäten ist er dabei. Auch beim Vermessungscamp im letzten Sommer war er mit von der Partie.

Sommercamp 2008

Im letzten Jahr waren die drei mit 23 Studenten in Barót, Siebenbürgen, Rumänien. Dort haben sie zwei Wochen lang im Rahmen eines Workshops eine Art Bestandaufnahme in zwei kleinen Dörfern in der Umgebung von Barót, in Bodos und in Köpec gemacht. Sie haben etliche Skizzen produziert, sie ausgewertet und für Ausstellungen auch Tableaus dazu ausgearbeitet. Die Ergebnisse werden im Mai in einer Ausstellung gezeigt, wobei es noch weitere Events geplant sind.
Die Unterlagen sind digitalisiert, zurzeit werden die aus den Manuskripten erstellten Kataloge gedruckt. Im Herbstsemester werden die neuen Erstsemestler je eine Gebäude zugeteilt bekommen. Aus ihrer Dokumentation heraus bauen sie zuerst ein Modell vom derzeitigen Bestand und planen dann das Gebäude um. Zum Schluß entwickeln sie ein Möblierungsmodell in 1:50.

Sommercamp 2009 - Vorankündigung

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Sommercamp. Zwischen dem 5. und 19. Juli geht es nach Nagybörzsöny, auch Deutschpilsen genannt. Nagybörzsöny ist ein kleines Dorf im Nordwesten des Landes. Am Orteingang wird man gleich von einer kleinen mittelalterlichen Kirche begrüßt. An ihr ist noch beinahe jeder Stein an der gleichen Stelle. Außerdem hat der Ort eine Wassermühle und viele traditionelle, typisch deutsche Gebäude. In Nagybörzsöny lebten einst Bergleute, denn ganz in der Nähe befinden sich die oberungarischen Bergstädte Körmöcbánya) und Selmecbánya. Hier siedelten sich im 13. Jahrhundert Deutsche an, die ursprünglich aus mitteldeutschen und bayerischen Regionen stammen mussten, jedefalls hatten sie einen solchen Dialekt. Aber auch das belgische Lüttich spielt irgeneine Rolle. Im Flur im „Bürgermeistersamt“ von Deutschpilsen könnt ihr eine Kurzfassung der Geschichte des Ortes lesen. Da gibt es selbstverständlich viel zu zeichnen und zu vermessen. Wohnen werden die Workshop-Teilnehmer auf dem Gelände der Grundschule des Ortes. Hier gibt es ausreichend Platz. Und für einen verschwindend kleinen Beitrag gibt es Vollpension gleich noch dazu.

 

Baucamp 2009 - Vorankündigung

Seit 2007 fahren - meist die Jungs der Fachschaft – an ausgewählte Orte, um hier traditionelle oder umweltfreundliche Bauweisen zu erlernen, die sie ansonsten nie hautnah erleben würden.
Vor zwei Jahren haben sie die Dachisolierung des „Schleusenhauses“ im Ökodorf Gyűrűfű im Süden Ungarns renoviert. Das Haus dient als Unterkunft für diejenigen, die sich in der Gemeinde niederlassen möchten. 2008 haben die Studenten während einer Woche ein Strohballenhaus gebaut.

In diesem Jahr geht es zurück nach Borsodgeszt, wo 2007 bereits vermessen wurde. Der Ort ist von Steinbrücken geprägt, die das Regenwasser aus den Hängen des Bük-Gebirges herunterleiten. Die Betonbrücke des evangelischen Pfarramtes soll abgerissen und aus den Findlingen vor Ort mit herkömmlichen Mitteln und Werkzeugen neu erbaut werden.

Wer Interesse an den Camps hat und mehr Infos haben möchte kann sich bei István melden. Natürlich auch auf deutsch.

fulop.istvan@ntdk.hu

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Detail, 08.02.12
  
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