Die Stadt ist für viele nicht einfach nur ein Lebensraum; sie bietet Chancen und gibt Möglichkeiten. Jeder Stadt hat ihren eigenen Charakter. Ein paar freie Gedanken zum Thema Stadt.

Bild: Barcelona 2007/Kai Kiklas
Die Stadt als Raum
Die Welt wächst zusammen und wird kleiner. Was bedeuten heutzutage Aussagen wie: „Ich lebe in Hamburg“? Bedeutet dass, das sich die Arbeit und die Freizeit ausschließlich in der Stadt abspielt? Heutzutage endet der Lebensraum eines Städters nicht mehr an der Stadtgrenze wie früher.
So erstreckt sich zum Beispiel der Lebensraum eines Münchners weit in den Süden. Im Sommer zum Baden ins Alpenvorland an einen See, im Winter auf den Christkindlmarkt nach Salzburg oder zum Skifahren nach Tirol. Nach Italien sind es gerade einmal 2,5 Stunden, zum Outletcenter nach Ingolstadt eine Stunde. In einer Mobilen Gesellschaft wie wir sie heute haben, endet die Stadt nicht an einem gelben Ortsschild.
Seit einiger Zeit gibt es den Begriff Metropolregion dafür. In Deutschland wird von elf Metropolregionen gesprochen. Nürnberg, München, Stuttgart, Rhein-Neckar, Berlin-Brandenburg, Hamburg, Hannover-Braunschweig, Bremen-Oldenburg, Rhein-Ruhr und Frankfurt Rhein-Main. In diesen elf Metropolregionen leben rund zweidrittel der Gesamtbevölkerung Deutschlands. So zählt zum Beispiel zur Metropolregion Frankfurt Rhein-Main ebenso Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz.
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Die Grenzen der Stadt definieren sich nicht mehr durch gelbe Verkehrschilder, umso wichtiger ist es, dass Städte mit ihrem Umfeld, Umlandgemeinden und Vororten viel mehr zusammen arbeiten. Konzepte erarbeiten, für Wohnräume, Verkehrsplanungen, Grüngürteln, Erholungsflächen und ökologische Ausgleichsflächen.

Bild: mike s etc/flickr
Die Stadt als Landschaft
Als eine Folge dieser Stadt- bzw. Lebensräume, die nicht an der Stadtgrenze enden entstehen ganze Stadtlandschaften. Vor allem an den Küsten entstehen solche Stadtlandschaften. Ein Beispiel dafür ist Los Angeles. Die amerikanische Metropole hat rund vier Millionen Einwohner. Zählt man allerdings alle zersiedelnden Flächen dazu, kommt man auf gute 12 Millionen Menschen die in dieser Stadtlandschaft leben. Eine nie enden wollende Stadt, sichtbar bis zum Horizont entsteht. Straßen und Siedlungen legen sich wie ein Teppich über Hügel, Berge, Täler und Flussdelten.
Wieder entsteht hier der paradoxe Widerspruch von gefühlter Freiheit zwischen Millionen von Menschen.
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Kai Kiklas