Filmarchitekt, das klingt ziemlich spannend! Doch nach einem Bachelor-, Master- oder Diplomstudium in Architektur schwenken die wenigsten wirklich noch auf Filmarchitektur um. Vielleicht liegt es daran, dass man immer wieder hört: "Da kommst du nicht rein", "der Beruf stirbt aus, weil man alles digital bearbeiten kann", "...viel zu schlecht bezahlt und viel zu stressig"... Und so weiter und so fort.
Wer sich dennoch - oder gerade deswegen - für den spannenden und abwechslungsreichen Beruf des Filmarchitekten interessiert, der sollte jetzt am Ball bleiben! Wo kann man zum Filmarchitekten werden und wohin kann ich mich wenden, ist da wohl die erste Frage. Hier gleich die Antwort: Berlin, Hamburg, Köln, Potsdam, München, Karlsruhe, Ludwigsburg.
An den S/F/K/, den Berufsverband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner kann man sich jederzeit wenden. Er dient als Plattform für Information, Vernetzung und als Anlaufstelle bei rechtlichen Angelegenheiten. Der Kampf um die Anerkennung der Urheberrechte an Filmwerken, mit Hilfe eines vom S/F/K-Verband beauftragten Rechtsgutachtens zeigt erste finanzielle Erfolge.
Der S/F/K kümmert sich jedoch auch um öffentliche Ausstellungen, Workshops und zeichnet sich mitverantwortlich für die Aus- und Fortbildung von Fimarchitekten. So betreut er auch Studiengänge und deren Weiterentwicklung.
Filmarchitektur und Szenebild wird an folgenden Hochschulen angeboten:
iSFF Institut für Schauspiel, Film- und Fernsehberufe
ifs internationale filmschule köln
HfG Karlsruhe
Filmakademie Baden-Württemberg
HFF Potsdam
Akademie der bildenden Künste München
HFF München
Fachhochschule für Gestaltung Hamburg
Was Filmarchitekten können müssen
Bevor Ihr nun gleich eure Bewerbung abschickt, solltet Ihr erst mal checken, ob Ihr folgende Fähigkeiten mitbringt: Filmarchitekten sollten über viel schöpferische Phantasie verfügen. Wichtig ist auch dramaturgisches Denken, malerisches und zeichnerisches Talent, Farben- und Formensinn und ein exzellentes Raumgefühl. Typische Fähigkeiten von Architekten sind natürlich auch hier von Nöten, wie ihr merkt. So sind auch handwerkliche Fachkenntnisse, Materialkunde und- wissen, Technisches Zeichnen und gute organisatorische Fähigkeiten absolut wichtig.
Das alles bringt Euch noch nicht gänzlich weiter. Auch eine gute Allgemeinbildung ist gefragt. Viel Wissen aus Kunst- und Kulturgeschichte, Stil- und Milieukunde ist auch sehr hilfreich. Ihr solltet gute Verkäufer sein, finanziell haushalten können, also wirklich im Kostenrahmen bleiben und die Möglichkeiten der audio-visuellen Techniken kennen, oder zumindest immer wieder neu kennenlernen wollen.
Passt alles? Dann informier dich, wie die Projekte im Normalfall so ablaufen
Tina Seyffert