Das Filmkunstkino FILMPALETTE und das HAUS DER ARCHITEKTUR KÖLN haben 2008 eine Filmreihe ARCHITEKTUR IM FILM gestartet, die immer am dritten Dienstag im Monat gezeigt werden und auch in diesem Jahr läuft die Reihe weiter.
Gezeigt werden Dokumentarfilme über einzelne Architekten oder Werke. Es geht aber auch um aktuelle und historische Projekten der Städteplanung und Stadtentwicklung. Begleitet werden die Filmabende hier und da auch von Gästen, die unmittelbar mit dem jeweiligen Thema zu tun haben. Die Filmthemen sind dabei oft mit dem aktuellen Programm im Haus der Architektur verbunden. Es geht um Köln, aber auch um allgemeinere, überregionale und internationale Themen.
Über die enge Verknüpfung von Architektur, Vorträgen, Ausstellung und Diskussion schaffen Filmpalette und Haus der Architektur die Möglichkeit, dass jeder, der sich für architektonische und städtebauliche Tendenzen interessiert, mitreden kann. Das Kino wird zum öffentlichen Ort und Faktor in der Diskussion der städtischen Entwicklung und Struktur. Eine tolle Idee, die auch anderen Städten neue Anstöße zu Diskussionen unabhängig von Zuständigkeiten bieten kann. Wer in einer Stadt lebt, gestaltet sie auch mit.
Am Dienstag, den 23. Juni 2009 läuft bei der Filmreihe zum Beispiel der Film "Adobe Towns - Städte aus Lehm - Geschichten, Mythen und Kulturen" trägt. Adobe heisst nämlich zuallererst luftgetrockneter Lehmziegel. Erst im 20. Jahrhundert hat sich ein Software Hersteller, den Namen zu eigen gemacht. Was bei dem Film nun auf Euch zukommt ist wirklich spannend. Im ersten Teil geht es um die Stadt Djenné in Mali. Ihre Altstadt ist seit 1988 UNESCO Weltkulturerbe. Djenné ist bekannt durch die große, vollständig aus Lehm gebaute Moschee im Sudan-Lehmbaustil. Nach jeder Regenzeit, wenn das Wasser den Lehm zu einem Teil weggespült hat, sammeln sich die Einwohner von Djenné und verputzen ihre Moschee wieder neu. Das wichtigste und wahrschenlich allererste Element, das Menschen miteinander verbindet ist die Erde - hier wunderschön zu sehen.
Auch Yazd, einer der ältesten Städte im Iran und wohl auch in diesem Film, wird beleuchtet. Sie gibt es wohl bereits seit dem 3. Jahrhunert vor Christus und auch sie besteht seither aus faszinierenden Lehmbauten.
Shibam, eine ganz besondere Stadt im Jemen steht seit dem 3. Jahrhundert auf einem Felsplateau mit den Ausmaßen von 400 Metern mal 500 Metern. Die meisten Lehmhäuser in Shibam stehen seit Jahrhunderten an Ort und Stelle. Mit welcher schlauen Technik die Lehmbauten über all die Jahre erhalten werden konnten ist so simpel, wie genial. Wer es wissen will, der sollte sich entweder den Film ansehen oder das nächste Ticket in den Jemen buchen.
ADOBE TOWNS - STÄDTE AUS LEHM
Geschichten, Mythen und Kulturen
Ein Filmabend in drei Teilen:
Teil 1: Djenné - Stadt am Ufer der Wüste
Teil 2: Shibam – Chicago der Wüste
Teil 3: Yazd – Wüstenoase im Iran
Tina Seyffert