Die Stadt

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Keiner über Vierzig!

Am 30. März 2009 fand die Kick-off-Veranstaltung für den interdisziplinären Ideenwettbewerb OPEN SCALE – young & local ideas, München 2009  im Münchner Cafe King in der Müllerstraße statt. Es kamen viele junge Architekten aber auch kreative aus anderen Disziplinen. Frau Dr. Elisabeth Merk, Münchens Stadtbaurätin und Ritz Ritzer von bogevischs buero hielten eine kurze interessante Ansprache. Sally Below von Sally Below culture affairs moderierte.

Wann, wie, mit wem und wo werde ich meine Ideen zur Stadt los?

Bei OPEN SCALE können interdisziplinäre Teams mitmachen. Die Beitragsthemen sind frei wählbar, einzige Maßgabe ist der räumliche und inhaltliche Bezug zu München. Auch der Haupt- oder Nebenwohnsitz der Teilnehmer muss in München sein. Die Wahl des Maßstabs ist ebenso offen, wie der Bereich mit dem sich die Teams auseinander setzen. Die Beiträge können sich mit einer übergeordneten Fragestellung beschäftigen, mit einem Stadtteil oder einem konkreten Areal. Am 8. Mai 2009 ist der Bewerbungsschluss, bis dahin sollen die Teams zusammengestellt und alle Unterlagen abgegeben sein. Wer dabei ist, erfahrt Ihr am 27. Mai 2009. Aus den Teilnehmern werden etwa sieben Teams ausgewählt, ihre Ideen weiter auszuarbeiten. Sie erhalten eine finanzielle Anerkennung und die Möglichkeit, ihre Arbeiten gemeinsam mit Expertinnen und Experten in einer Summer School zu diskutieren. Der Ideenwettbewerb endet mit einer öffentlichen Preisverleihung, einer Ausstellung und einer Publikation. OPEN SCALE steht für neue Perspektiven und Konzepte, mutige Thesen und unkonventionelle Lösungen der „young & local“ Kreativen.

Links Sally Below, Rechts Ritz Ritzer, Foto: Tobias Volke

 

Keiner über vierzig und alle aus München und der Region

Sally Below, von sally below cultural affairs aus Berlin stellt fest, „wir waren jetzt ein paar mal hier in München und haben gemerkt, dass die Themen und Probleme gar nicht so anders sind, wie die in München, auch wenn Berlin arm ist und München reich.“ Damit nun aber tatsächlich „young & local ideas“ zum Zuge kommen gibt es ein paar Regeln einzuhalten. Zum einen müssen die Teams interdisziplinär sein. Es können sich also nicht fünf Architekten zusammenfinden. Außerdem sollte der Haupt- oder Nebenwohnsitz in München sein. Da man sich zwar vielleicht auch noch mit 50 jung fühlen kann, aber sich der Wettbewerb gerade an junge Leute richtet, die zwischen Abschluss des Studiums und beruflicher Etabliertheit stecken, musste eine Altersgrenze gesetzt werden, die da lautet „Keiner über 40!“, so Sally Below. Doch sogleich wird auch hier eine kleine Einschränkung gemacht, denn im Zuge der Interdisziplinarität darf ausnahmsweise auch ein Teammitglied über dieser Altersgrenze liegen. Die nächste Regel ist: „Ein Teammitglied muss über einen Hochschulabschluss in Architektur, Landschaftsarchitektur, Städtebau oder anverwandte Bereiche verfügen.

Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin von München, Foto: Tobias Volke

 

Wir wollen wissen was Ihr denkt

Frau Dr. Elisabeth Merk erklärte, was sie sich von dem Ideenwettbewerb unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Christian Ude erwartet: Es ist ihr wichtig, zu erfahren wie die junge Generation der nach 1969 geborenen sich die Stadt München etwa im Jahr 2030 vorstellt. Sie ist schon jetzt ganz gespannt auf den freien Blick und neue Denkansätze und sieht in OPEN SCALE die Möglichkeit, Bausteine für eine Stadtgestaltung herauszufiltern, die sie heute schon durchaus angehen kann. Sie sagt „Jede Generation, und eben auch Ihre Generation muss am Ende selbst definieren, welche Haltung sie zu der bestehenden Stadt einnimmt.“ In München gestaltet sich das nicht immer einfach.

Gestalte München für 2030

Gerade um das Heizkraftwerk in der Müllerstraße gab es im Jahr 2008 heftige Diskussionen, ob man es erhalten soll und eine zukunftsweisende Nutzung findet, oder ob es zugunsten einer neuen Bebauung abgerissen wird. Es steht im Glockenbachviertel, dem Stadtteil, in dem junge kreative, Künstler, Lebenskünstler, Studenten, Alternative und Homosexuelle für eine bunte Vielfalt sorgen. Die Lösung, die für das Heizkraftwerk gefunden wurde ist: Umnutzung. Es entstehen Wohnungen, deren Quadratmeterpreis bei 20.000 Euro liegt. Juchhuuu! Ist das eine Entwicklung wie Ihr sie Euch für München wünscht? Frau Dr. Merk appelliert ganz klar aber auch an die Teilnehmer: „Das sind Themen die natürlich auch sie beschäftigen, bei denen Sie nun ihre Zeichen setzen können, was Sie für die Zukunft gestalten wollen.“

Die Gedanken sind frei, lass sie treiben

Ritz Ritzer macht deutlich warum sich der Ideenwettbewerb OPEN SCALE von anderen unterscheidet. „Dieses Verfahren ist eigentlich in drei Punkten anders. Zum einen ist es Interdisziplinär, man muss also andere Spezialisten mit heranziehen. Das zweite ist, das es kooperativ ist, das heißt es gibt diesen Zwischenschritt, den Summer-Workshop Ende Juli. Man ist zwar auf sich selbst gestellt, bekommt aber och noch mal eine Art Korrektur, wie an der Uni. Das finde ich besonders wichtig um sich darüber klar zu werden, was meint der Auslober, wo will er hin. Sonst muss man es oft erraten.  Der dritte Unterscheidungspunkt ist das Spielerische. Das spielerische verlassen wir in unserem Zweig ganz oft durch starke Einschränkungen, oder  wirtschaftlich orientierte Prozesse. Hier jedoch ist es gefordert den homo ludens zu wecken, sich treiben zu lassen, mit dem Thema zu spielen und im Gespräch ganz neue Ideen zu entwickeln.“

Toi Toi Toi

Wir sind schon ganz gespannt, welche Idee die jungen, kreativen Münchner Teams für ihre Stadt haben und werden den Wettbewerb natürlich für Euch mitverfolgen.
München braucht frischen Wind, soviel ist sicher. Für alle Absolventen, Berufseinsteiger und junge Kreative ist es eine wunderbare Gelegenheit zu Wort zu kommen, gehört zu werden und aktiv die Stadt und ihr Gesicht mit zu gestalten.

Mehr über OPEN SCALE, den Ausschreibungstext und alle Bewerbungsunterlagen gibt es auf www.openscale-muenchen.de

Münchens junge kreative sind gefordert, Foto:Tobias Volke

Der Abend klang bei Gesprächen, Getränken und Häppchen aus. Foto:Tobias Volke

Tina Seyffert

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