DETAIL X Magazin im April 2010 - Alles Neu! - Sakralbauten

Neue Sakralbauten in München

In München gibt es einige Sakralbauten die Architekturstudenten auf jeden Fall anschauen sollten, das müssen nicht unbedingt christliche Kirchen sein.

Das islamische Zentrum in der Auensiedlung München-Freimann

Bereits am Anfang Münchens  - wenn man von Norden in die Stadt hineinkommt - steht ein Sakralbau, den auch die wenigsten Münchner kennen. Deshalb stellen wir ihn hier  – als neu für viele – auch noch mal kurz vor: An der Einfahrt in die Auensiedlung im Münchner Norden steht Münchens und sogar Bayerns älteste Moschee. Kuppel und Minarett sind längst nicht weithin sichtbar, wie bei anderen Gotteshäusern. Überhaupt liegt diese interessante Ecke Münchens sehr versteckt. Um die Moschee mit Kuppel und Minarette wurden nach und nach Nebengebäude errichtet und damit ein islamisches Zentrum geschaffen. Architekt Osman Edip Gürel und Innenarchitekt Necla Gürel schufen hier eine parabelförmige Schalenkonstruktion mit freistehendem Minarett, das eine Höhe von 33 Metern hat.

Wer nun aber glaubt in der Auensiedlung würden großteils Muslime leben, der hat sich getäuscht. Nach dem Krieg kaufte der damalige Großunternehmer Georg Röck dieses Stückchen München, um es dann für zunächst 1 DM pro Quadratmeter parzelliert zu verkaufen. 1952 entstand eine Interessengemeinschaft aus Bürgern Münchens, die sich 1953 mit einem Stadtratsbeschluss das Baurecht für Ein- und Mehrfamilienhäuser auf den Grundstücken der Siedlung erkämpfte. Was Ihr in der Auensiedlung heute vorfindet, ist im Vergleich zum Rest von München ein bisschen anders und fast ein wenig, wie das „Auenland“. Hier scheinen die Uhren anders zu ticken. Als Fremder fällt man sofort auf, denn in der kleinen Siedlung, die sich trapezartig um einen See  - dessen Ufer ebenfalls parzelliert ist – formiert, scheinen sich alle zu kennen. Also bitte benehmt Euch anständig. ; )

Himmel und Erde ein Sakralbau in Münchens Nordheide

Von der Auensiedlung aus könnt Ihr mit dem Bus zur Studentenstadt fahren und von dort aus zum Frankfurter Ring. Die U2 Richtung Feldmoching bringt Euch dann in den neuen Stadtteil Nordheide. Am besten Ihr steigt Dülferstraße aus. Der Stadtteil, den Ihr vorfinden werdet ist gänzlich neu. Dieses Fleckchen Erde wird noch heute von vielen Münchnern Panzerwiese genannt, weil sie mal militärisch genutzt wurde. Das Areal ist etwa 200 Hektar groß und grenzt im Westen an die Schleißheimer Straße und im Osten an die Ingolstädter Straße.  Meck Architekten haben dem neuen Münchner Stadtteil eine spannende Mitte geben, das Dominikuszentrum. Hier sind Andachtsraum, Pfarrheim, Kindergarten und Caritaszentrum zu finden. Über die parallelen zu Himmel und Erde und die Atmosphäre und Symbolik des Dominikuszentrum haben wir Euch auf DETAIL X bereits berichtet und auf DETAIL.de gibt es einen schönen Film dazu von Peter Popp.


Tradition und Moderne  - Herz-Jesu-Kirche in München-Neuhausen

Im Münchner Nordwesten in Neuhausen, wo auch das Schloß Nympghenburg zu finden ist gibt es ebenfalls einen Sakralbau der bei offenen Toren mit großer Geste daherkommt. Über den Gläsernen Würfel, die Herz-Jesu-Kirche, haben wir Euch bereits berichtet. Ihr sollte unbedingt darauf achten, dass Ihr diesen Sakralbau besucht wenn entweder ein Konzert oder die Veranstaltungsreihe „Offene Tore“ stattfindet, denn dann könnt Ihr die hervorragende Akustik checken, die Dank der Holzlamellen entsteht und der großen Geste beiwohnen, die die Architekten Allmann Sattler Wappner mit den Toren schufen, die über die ganze Höhe und Breite des Gebäudes mechanisch zu öffnen sind. Das solltet Ihr auf keinen Fall verpassen.

Tagtägliche Ökumene in Riem bei St. Florian und der Sophiengemeinde

Die evangelische Sophiengemeinde und die katholische Pfarrei St. Florian teilen sich in München-Riem ein Kirchenzentrum. Im neuen Stadtteil, auf dem Areal des ehemaligen Flughafens, findet also Ökumene sozusagen jeden Tag statt. Die Gebäude, die sich nach außen hin zu einem ganzen formieren sind weiß. Erst im Innern wird klar, wie sich das Gefüge für zur unterschiedlichen Nutzung und in die beiden Kirchen aufteilt. Während die Gebäudeteile eine Einheit darstellen, steht der Glockenturm  - ähnlich italienischer Sakralbauten – außerhalb des Gefüges allein. Architekt Florian Nagler hat hier aus der Notwendigkeit eine Tugend gemacht: Die Fassade ist zweischalig und das Mauerwerk hinterlüftet. Längenänderungen waren unvermeidlich. Aus den daher notwendigen Dehnfugen wurde ein Gestaltungselement, dass die Raumordnung im Innern aufgreift und außen abstrakt sichtbar macht. Auch über diesen, als Gemeindezentrum genutzten, Sakralbau hat DETAIL.de bereits berichtet. Schaut Euch das Gefüge aus Ein- und Durchblicken, aus Dachgärten, Wasserflächen, kleinen Innenhöfen und natürlich auch die Kirchenräume mal genauer an.

Zum guten Schluss haben wir noch für alle interessierten Architekturstudenten eine Liste der Münchner Sakralbauten gefunden in der auch einige sehenswerte ältere Gotteshäuser zu finden sind.

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Detail, 07.02.12
  
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