Nach den Mediteranen Wasserwelten nun ein kleiner Blick in Richtung Norden.

Bild: Galene/www.frountes.de
Ein Ufo in Binz
Wir kennen alle den Rettungsturm der Baywatch Crew aus dem Fernsehen. Doch, dass eine Rettungsstation nicht unbedingt aus Holz sein muss und auf langen Stelzen steht, beweist diese Rettungsstation auf Rügen.
Wie ein kleines Ufo ließ Ulrich Müther diese Station über dem Strand schweben; filigran und leicht sieht die Schalenbaukonstruktion aus dem Jahre 1968 aus. Ulrich Müther errichtete zahlreiche dieser Schalbauten und galt als Vorreiter dieser Technik. Die meisten Bauten, des 2007 verstorbenenen Bauingeniereues stehen an der Ostseeküste.

Die futurischtische Rettungsstation wurde 2004 restauriert und ist ein typisches Bauwerk aus der Zeit, in der Architekten oft Zukunfsvisonen von Gebäuden entwickelten die bis heute noch unser Bild von Außerirdischem Gebäudetypen und Formen prägen.
Ausstellung Ulrich Müther

Copenhagen Harbour Bath

Auch der Hafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen mitten im Wandel von einem Industriehafen zu einer Erholungs- und Freizeitanlage. Der Hafen soll neues kulturelles und gesellschaftliches Zentrum werden. Die dänischen Architekten BIG und JDS entwarfen ein Schwimmbad im Hafen von Kopenhagen. Zwischen Docks, Kränen, Bojen, Kaimauern, Piers, Booten und alten Hafenanlagen setzten die Architekten eine Terrassenlandschaft, die als sanfter Übergang eines urbanen Stadtraumes zum Wasser darstellt.
Das Hafenschwimmbad ist sozusagen das Negativ eines normalen Schwimmbades. Nicht das Wasser wird auf das Land importiert sondern das Land wird auf das Wasser gesetzt.
Da die Menschen in erster Linie nicht zum Schwimmen an den Hafen sondern an den Strand gehen wurde darauf geachtet, dass neben der Möglichkeit des Badens große Freiflächen zum chillen, sonnen, liegen, unterhalten, sowie für die Kinder zum spielen, vorhanden sind. Generell wurde großer Wert darauf gelegt, dass es kein Sportschwimmbecken zum Bahnen schwimmen gibt sondern eben Wasserflächen, die spielerische Aktivitäten zum Spaß haben erlauben.

Dies ermöglicht den gestressten dänischen Großstädtern Mitten in der Stadt ins kalte Wasser zu springen und zu baden.
Entstanden ist das Stadt-Hafen-Freibad im Jahr 2003 auf rund 2500 qm und bietet Kapazitäten für rund 600 Besucher.
Maritime Youth House

Das Hafen Bad ist Teil des städtebaulichen Konzeptes "Blue-Plan" für den gesamten Hafenraum Kopenhagens. Die Nutzung des Wassers als Stadtraum steht hierbei im Mittelpunkt. Liegeplätze für Hausboote, Promenaden, Spiel- und Erholungsflächen entstehen entlang 42 km Hafenküste.
Ein weiteres Projekt, dass auch von den Architekten BIG und JDS, die zusammen das Büro PLOT bilden, im Hafen von Kopenhagen ist das Maritime Youth House. Fertig gestellt wurde es im Jahr 2004.
Das größte Problem bei diesem Projekt war der verunreinigte Baugrund des Sundby Havn auf dem das Youth House entstehen sollte. Rund ein Drittel des ca. 1,2 Euro Millionen teuren Projektes wurde allein für die Bereinigung des Grundes verwendet. Da aber nicht alle Schwermetalle nachhaltig entsorgt werden konnte entschlossen sich die Architekten über das gesamte verschmutze Areal einen Holzdeckel als Bewegungsebene zu legen.

Das Holz, das die Bewegungsebene (1600 qm) bildet ist brasilianisches Massaranduba. Ein extrem dauerhaftes, hartes, festes, rotbräunliches Holz mit feiner Maserung.

Auf 2000 qm entstand eine öffentlicher Raum, der auf allen Seiten von Wasser umgeben ist, und zum einen als Segel Club sowie als Jugendzentrum dient. Die Anforderung seitens des Segelclubs war es genügend Anlegestellen für die Boote zur Verfügung zu haben. Ausreichend Platz, vor allem im Freien war die Anforderung, die das Jugendzentrum stellte.
Gelöst wurde dieses Platzproblem, indem manche Boote unter „Deck“ anlegen. Dort, wo Boote eingestellt werden entsteht eine Wölbung, so ergibt sich eine hügelige Landschaft, die den Kindern genügend abwechslungsreichen Freiraum zum Spielen gewährt.
Die Innenräume, die sich zum Wasser orientieren stehen im Kontrast zur hölzernen Außenhaut. Verwendet wurden harte Oberflächenmaterialien wie Stein, Beton und Glas.
Diese Umkehrung der Materialien von außen und innen macht deutlich, dass der Außenraum hier zum Innenraum wird und hauptsächlich genutzt wird.


Kai Kiklas