Architektur und Film

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Wie Filmarchitektur funktioniert

Bis eine szenische Ausstattung steht, gibt es meistens 4 Phasen in denen Filmarchitekten rotieren. Die Phasen sind eigentlich ganz ähnlich zum "normalen" Architekturberuf. Mehr Schein als sein spielt bei Kulissen jedoch die grösste Rolle.

1. Produktionsphase  = Ideensammlung und Konzept

Sie besteht aus der Vorbereitung und der Entwicklung. Ihr müsst das Drehbuch akribisch durcharbeiten und dann aus den Eindrücken erste Ideen entwickeln. Das heißt im Einzelnen:
Recherche! Ihr braucht Bildmaterial, Milieustudien, historische und sachliche Infos aus Bibliotheken, Archiven, Museen, Büchern und Zeitschriften und dem Internet.
Danach gelangt Ihr in die Phase der eigenen schöpferischen Tätigkeit. Hier fertigt Ihr Skizzen, Entwürfe, Modelle, Grundrisse und dergleichen.  Auch technische Werkstattzeichnungen und die Motivbestimmung nach künstlerischen Aspekten gehören dazu.

Danach setzt Ihr Euch mit Regisseur, Kameramann, Kostümbildner und Dramaturg zusammen und macht eine stilistische und farbliche Konzeption. Steht das Konzept halbwegs, wird noch das Produktionsteam miteinbezogen. Da geht es dann zum einen über den zeitlichen Ablauf und die Drehorte, aber auch um das Budget.

2. Produktionsphase = Durchführung / Kulissenbau

Je nachdem, was bei der Produktionssitzung zum Thema “Zeitplan und Budget“ entschieden wurde, geht es dann bei der Realisierung Eurer Ideen, um die Zusammenstellung der Farben, der Ausstattung, der Möbel, den Aufbau der Dekoration. Auch die Bautätigkeit der beauftragten Subunternehmer muss überwacht und abgenommen werden. Sind alle Dekorationen fertig und es steht alles an seinem Platz, muss noch eine Abstimmung und die Abnahme mit Regisseur, Kameramann und Kostümabteilung gemacht werden. Denn zum Beispiel das Hemd des Darsteller darf sich auf keinen Fall mit einer Fassadenfarbe beißen.

3. Produktionsphase = Dreh

Erst beim Dreh und in Zusammenarbeit mit den Darstellern und den anderen Beteiligten entsteht die Atmosphäre, die für den Film ausschlaggebend ist. Manchmal muss man dann situationsbedingt sehr schnell etwas verändern und flexibel bleiben. Die Schwierigkeit hierbei ist es jedoch auch solche Veränderungen noch im Budget und alternativen am Drehort bereitstehen zu haben. Beim Szenenwechsel heißt es oft auch Kulissenwechsel. Hier gilt es schnell zu sein und ja nichts zu vergessen.

4. Produktionsphase = Zurück auf Start

Die letzte Phase ist die, die am wenigsten spannend ist, es sei denn man hat im Ausland gedreht. Der Abbau und die Rücklieferungen müssen organisiert und betreut werden, wobei immer auch im Hinterkopf sein muss, dass es eventuelle Nachrehs geben kann. Dann heisst es „Zurück auf Start“ , denn dann müssen ganze Kulissen manchmal erneut aufgebaut werden. Ist das jedoch nicht der Fall und es ist alles abgebaut, verpackt und versorgt, kommt die lästige Abrechnung.

Das Resultat der Arbeit zeigt sich dann erst im fertigen Film. Hat die Kulisse die nötige Atmosphäre bewirkt oder erschaffen? Kommt alles rüber wie geplant? Bis der Film in den Kinos oder im Fernsehen gesendet wird dauert es oft Monate. An die Zeit des bangen Wartens solltet Ihr Euch also schon frühzeitig gewöhnen. Manche Regisseure schicken aber auch schon mal ein paar Sequenzen vorab, falls es Euch wieder beruhigt.

Wer sich auch jetzt noch für Filmarchitektur interessiert, der kann ja mal beim Berufsverband S/F/K vorbeischauen, sich weitere Infos holen, oder Kontakt zu den Hochschulen aufnehmen.

Zum S/F/K - dem Berufsverband der Szenenbildner, Filmarchitekten und Kostümbildner

Tina Seyffert

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Detail, 08.02.12
  
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