Schönheit ist von gesellschaftlichen Konventionen und der vorherrschenden Ästhetik abhängig. Als „schön“ bezeichnen wir Objekte, Erlebnisse, Aktionen und auch Wesen, die einen angenehmen Eindruck auf uns machen. Auch Architektur kann schön oder nicht schön sein.
"schön" in Psychologie und Soziologie
Von seiten der Psychologie und Soziologie betrachten wir “Schönheit“ in Zusammenhang mit gesellschaftlich geprägten Wertvorstellungen. „Schönheit“ ist hier sowohl die Empfindung eines Einzelnen, als der Masse. Die Vorstellung von Schönheit ist also aus dieser Sicht sowohl höchst subjektiv und abhängig von der jeweiligen menschlichen Psyche, als auch abhängig von einer Art Trend, einer vorherrschenden Gesellschaftlichen Konvention.
Ästhetik und Schönheit
In der Philosophie dreht sich im Zuge der Ästhetik, also der Wahrnehmung, alles um die Frage der Schönheit. Während in der Philosophie seit dem Mittelalters Schönheit nach Baumgarten mehr mit der Vollkommenheit der sinnlichen Gedanken und deren Abgleich mit der Wahrheit und Wirklichkeit zusammenhängt wird es seit der Neuzeit mit Kant als ein Urteil des menschlichen Verstandes, also als Geschmacksurteil gesehen. Demnach ist Schönheit heute eine private, subjektive Empfindung des Gefallens oder der Abneigung und der Lust oder Unlust.
In Kunst und Architektur
Spätestens seit der Moderne, als Bestimmungen und Funktionszuweisungen von Architektur sich änderten, wird „Schönheit“ auch in Kunst und Architektur kritischer denn je betrachtet. Harmonie, Symmetrie, Goldener Schnitt und mithin gewisse Idealmaße sind seit der Antike menschlichen Proportionen entlehnt. Nach Schmidhubers Komplexitätstheorie in Bezug auf die Schönheit sucht sich das Subjekt aus einer Reihe von Mustern das subjektiv schönste Muster heraus und es ist dabei nicht unwesentlich ob es Komplex oder weniger Komplex ist. In der subjektiven Empfindung wird laut Schmidhuber oft das mit der subjektiv niedrigsten Komplexität gewählt, also das, zudem jeder für sich wohl den schnellsten Zugang hat.
Architektur und Schönheit seit der Moderne
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand eine Abkehr des Eklektizismus statt. Von der Imitation und leichten Weiterentwicklung hin zur Neuschöpfung in der Architektur ausgehend wendeten sich auch die Hochschulen mehr und mehr der Frage wie Architektur auf die gewandelten Anforderungen der Gesellschaft reagieren kann und muß. Aus dem Bauhaus kam die Salve „form follows function“, die Form folgt der Funktion. Schönheit folgt also nicht mehr einem anzustrebenden Ideal, sonder solle sich aus der Funktion ergeben. „Less is more“, weniger ist mehr, so eine weitere Salve der Zeit. Die Architekten der Moderne wagten die Abkehr von Ornament und bloßer Zier. Alles was keine Funktion besaß sollte weggelassen werden. Nicht immer konnten sie diesem Anspruch gerecht werden. „Schönheit“ stand bis zur Postmoderne nicht mehr im Zentrum des Strebens, es galt Konstruktionen und Technologien zu erreichen, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Postmoderne „schöne“ Architektur
Erst ab der Postmoderne spielt die Schönheit in der Architektur wieder eine größere Rolle. Für uns jedoch kann dies jedoch eher zweifelhaft, oder schwer nachzuvollziehen zu sein. Ist das wirklich schön, was in der Postmoderne gebaut wurde, oder war es ein Rückgriff auf veraltete Vorstellungen von „schön“, nur in neue Hüllen und vielleicht auch in etwas Ironie verpackt? Einigkeit über das, was „Schönheit“ in der Architektur zu bedeuten habe herrscht bis heute nicht.
Architektur und jetziger Schönheitsbegriff
Um einen Trend ausmachen und formulieren zu können brauchten die Menschen früher Malerfürsten und Herrscher mit Geschmack und Interesse für das „Schöne“. Heute bestimmen Marktführer, Modezaren oder auch Jury’s von Castingshows in der „schöne Mädchen“, oder „schöne Musik“ gesucht werden, aber auch Stararchitekten und deren Auftraggeber, was hip und schön ist und was nicht. Markt, Mode, Models, Medien, und manchmal auch die subjektive Empfindung inspirieren Architektur, Kunst und Design mehr denn je.