Dank der Plan 09 konnte jeder mal sein Lager über den Dächern Kölns aufschlagen. Der offizielle Name der Aktion ist „Nomad City Passagen“.
Dort, wo der „normale Bürger“ eigentlich nicht so einfach hinkommt, konnte er jetzt für eine Zeit lang einziehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem kleinen romantischen Camp in der 16. Etage des Hansa-Hochhauses, dem ältesten Wolkenkratzer Kölns? Bei Zelten, Schlafsäcken und Frühstück inklusive, ist ein Kurzurlaub über den Dächern der Stadt auch durchaus komfortabel und lässt ein klein wenig Pfadfinderstimmung aufkommen. Nur ein Lagerfeuer fehlte. Lichter aber, gab es wahrlich genug.
Die Expeditionen in die eigene Stadt, um das scheinbar wohl Bekannte aus ganz anderer Perspektive zu betrachten und zu erleben, initiierten Oliver Gather und Rebekka Reich. Man lernte den Ort, die Gastgeber und die Mitcamper kennen, genoß den Ausblick, erkundete die vorgefundene Architektur und krabbelte früher oder später einfach in den Schlafsack. Nach dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen konnte jeder wieder seiner Wege gehen.
Für einen Abend, eine Nacht und einen Morgen wurden nichtöffentliche Orte in exponierter Lage neu definiert und der Raum in Besitz genommen. Für angehende Architekten umgehend auszuprobieren. Den wer sich in Architektur einfühlen kann und will, wer sie dahingehend optimieren möchte, dass der Mensch sich darin wohlfühlt in jeder Lebenslage, der ist auf einem guten Weg.
Die Kölner Aktion endete am 02. Oktober 2009, sie soll aber Ausgangspunkt für weitere Aktionen sein. Fragt doch mal die Mieter der obersten Etagen in Eurer Stadt!