DETAIL Serie - Stadionarchitektur

Stadionarchitektur: Kick it like gmp

Fußball ist schon lange Teil der modernen Unterhaltungsindustrie geworden. Ohne äußerst solvente Sponsoren läuft der Ball nicht rund, steigen die Vereine ab, oder verschwinden völlig.



Um in den oberen Ligen spielen zu können, braucht es jedoch mehr als Kohle. Mit der Kohle muss man gute Spieler verpflichten, eine Spitzenmannschaft zusammenstellen und einen Trainer anstellen, der Tendenzen zum Meistermacher hat. Damit ein Verein auf keinen Fall zum Abstieg gezwungen werden kann, braucht er ein Stadion. Für Erstligisten muss ein Stadion mindestens 15.000 Zuschauer fassen. Davon sollten mindestens 3000 Plätze Sitzplätze, und mindestens 1500 Gästeplätze sein. So steht es im offiziellen Stadionhandbuch der Deutschen Fußball Liga, DFL.
 

Kurzer Geschichtstrip

Bei den Griechen dienten große Sportveranstaltungen kultisch-paramilitärischen Zwecken zur Körperertüchtigung. Die römischen Imperatoren nutzten sie, um die Massen abzulenken, zu unterhalten und zu beschäftigen. Am bekanntesten sind die Gladiatorenkämpfe in den Kolosseen. Das erste steinerne Amphitheater und der größte geschlossene Baukörper Roms war 29 v. Chr. Das Amphitheater des Statilius Taurus. Es fasste etwa 50.000 Menschen. Durch die 80 Eingänge war es möglich das Kolosseum in einer Viertelstunde mit den Zuschauern zu füllen, oder auch zu leeren. Die meisten Kolosseen sind ellipsenförmig gebaut, sodass jeder eine gute Sicht auf das Geschehen hat.

Stadionbau für den Werbekunden

Heute gibt es auch wieder so genannte Gladiatorenkämpfe in Stadien, allerdings kämpft man um ein rundes Leder, den Fußball. Im Vordergrund scheint jedoch der Kommerz zu stehen. Auch die Zuschauerplätze im Stadion wirken nicht so wichtig wie Logenplätze für Großmäzene und die Ausstrahlungsrechte für die Fernsehsender. Denn hier ist wohl der meiste Profit zu holen: Masse = Quote = Werbeeinnahmen. Stadionarchitektur hat sich deshalb seit der Antike vor allem dahingehend gewandelt, dass es ausreichend prominente Plätze für Werbebanner und Screens geben muss, auch wenn darunter die Schönheit des Gebäudes an sich, und die Sicht für die Zuschauer im Stadion leidet.

Sogar der Name des Stadions ist käuflich

Schon immer hatten die Stadien den Zweck, Menschenmassen in einen Rausch zu versetzen. Das ist auch heute noch so. Die Akustik der Arenen und die brodelnde Stimmung bei Spielen müssen für beide Zuschauergruppen  - sowohl für die im Stadion, als auch für de vor dem Fernseher - und letztlich auch für die Spieler stimmen, denn sie sind der Motor für das, was auf dem Rasen geschieht, oder geschehen wird. Wer die meisten und die brennendsten Zuschauer hat, hat motivierte Spieler und hohe Werbeeinahmen, die wiederum dafür sorgen, dass teuere Spielerkäufe und der Bau eines Spitzenstadions gewährleistet sind. Der Kreis schließt sich.

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Detail, 11.03.10
  
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