
Idee
Ausgehend von der vielfältigen Nutzbarkeit des Stadions und den Funktionalitäten, wie ein bewegliches Dach oder ein verfahrbarer Rasen, hat auch die äußere Form und Erscheinung der Arena etwas mit Bewegung und Wandel zu tun. Die geschwungenen Fachwerkträger, deren Wellen sich fortlaufend vertikal verschieben bilden so eine horizontale Bewegung in der Fassade, die wie La-Ola-Wellen einmal um das Stadion herum läuft. Betont wird dieser Schwung von den Querverstrebungen die dieser Dynamik folgen.Im Stadioninnenraum wird der Blick auf die Fachwerkträger durch die Akustikmembran verwehrt. Da aber die Scheinwerferanordnung der Querverstrebung folgt, erkennt man auch hier den wellenförmigen Verlauf der Fassade.
statisches System
Die geschwungenen Fachwerkträger (e=13m) sind auf einem Zylinder gelenkig gelagert. Sie treffen sich 40m über dem Spielfeld in einem Druckring. Horizontal sind sie außerdem an vier, bzw. fünf Stellen über Druck- und Zugstäbe, die entlang der Fassade wellenförmig verlaufen, ausgesteift.
Tribünen
Die Tragstruktur der Tribünen besteht aus einer Kombination aus Stützen, bzw. Scheiben, Ebenen und Stahl-Geschossrahmen. Diese sind in einem Achsabstand von ca. 14m konzentrisch auf 44 Radialachsen um das Spielfeld herum angeordnet. Der Achsabstand verändert sich auf 7m. Die Stahl-Geschossrahmen dienen als Auflager der Rang- und Deckenträger. Horizontale wird dieses Systems über die Wandscheiben der Sicherheitstreppenhäuser ausgesteift.
verfahrbares Spielfeld
Die 1,4m hohe Wanne mit dem Rasenspielfeld lässt sich mit Hilfe von vier Hydraulik-Aggregaten auf teflonbeschichteten Schienen nach außen fahren. Die Südtribüne liegt dabei auf einem 2m hohen Trägerrost auf, das bei Veranstaltungen zusätzlich durch einfahrbare Hydraulikstützen getragen wird.
Durch diese Option kann die Arena auch für andere Veranstaltungen genutzt und der Rasen zudem optimal belichtet und belüftet werden.
Fassade
Die Fachwerkträger werden von außen mit einer ETFE-Folie bespannt, die mit einem Punktraster bedruckt ist, das nach oben hin immer engmaschiger wird und als Sonnenschutz dient. Für dieses Stadion wird eine neue Technologie verwendet, die der OLED´s ("organic light emitting diode"). Eine organische Leuchtdiode ist ein dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus organischen, halbleitenden Materialien. Die Folie wird mit diesen Dioden bedruckt. So kann die gesamte Fassade als großer Public-Viewing-Bildschirm benutzt werden.
wandelbares Dach
Das Tragsystem des Daches basiert auf einem liegenden Speichenrad. Der äußere Druckring dient als Felge, der Zentralknoten mit seinen Zugringen übernimmt die Funktion der Nabe und die Stahlseile sind den Speichen vergleichbar. Die Seile sind am oberen und unteren Zugring befestigt, die durch eine sogenannte Luftstütze auseinandergehalten werden. Mittels eines mechanischen Antriebs werden Seile bewegt, an denen die ersten Seilschlitten befestigt sind und dadurch in Richtung Dachrand gezogen werden. So spannt sich die Membran. Damit die Schlitten stabil fahren können, sind die oberen Speichen als Doppelseil ausgeführt. Die ausgefahrene Membran endet am Druckring über einer Regenrinne, so dass das Regenwasser über die "Eckstützen" abfließen kann. Zusammen mit dem ausfahrbaren Rasen kann das Fußballstadion somit in eine geschlossene Mehrzweckhalle verwandelt werden.

