Raumklima
Unter Raumklima wird das Zusammenwirken vielfältiger Raumklimafaktoren verstanden. Die wichtigsten davon sind Temperatur, Bewegung, Zusammensetzung und Schadstoffgehalt der Taumluft, die Oberflächentemperatur der raumumschließenden Bauteile, deren Feuchte und Feuchteverhalten sowie die Radioaktivität der Bauteile und der Raumluft.
Thermische Behaglichkeit
Das körperliche und geistige Leistungsvermögen des Menschen ist in der Regel am größten, wenn er sich thermisch wohl fühlt. DAbei befindet sich der Wärmehaushalt des Körpers im Gleichgewicht bei einer konstanten Körperkerntemperatur von etwa 73°C. Dieser Gleichgewichtszustand der thermischen Behaglichkeit ist von einer Vielzahl von Einflüssen abhängig, die in physikalische, physiologische und intermediäre Bedingungen unterteilt werden können.
Wasser und Feuchtigkeit
Um die Bedingungen der thermischen Behaglichkeit auf Dauer sicher zu stellen, müssen Bauteile gegen Durchfeuchtung geschützt werden. Der Wärmeschutz von Bauteilen verringert sich mit zunehmendem Feuchtegehalt, und damit gehen auch die raumseitigen Oberflächentemperaturen zurück. Im Winter sind feuchte Außenbauteile durch Frost gefährdet. Feuchtigkeit auf den raumseitigen Oberflächen führt zu Schimmelpilzbildung, deren Sporen die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen können.
An das Erdreich grenzende Bauteile können durch drückendes und nicht drückendes Wasser beansprucht werden. Zum Beispiel Drainagen, waagrechte oder senkrechte Abdichtungen oder die Verwendung eines wasserundurchlässigen Betons und die Ausbildung einer "Weißen Wanne" verhindern eine Durchfeuchtung der Bauteile und der aufgehenden Wände.
Um Tauwasserbildung an den raumseitigen Oberflächen zu vermeiden, sind durch ausreichende Wärmedämmung Oberflächentemperaturen der Bauteile einzuhalten, die über dem Taupunkt der Raumluft liegt. Die durch die Nutzung des Raumes anfallende Feuchtigkeit ist durch Lüftung abzuführen, um so die relative Luftfeuchte in dem gewünschten Bereich von 40 bis 60 % zu halten.
Natürliche Radioaktivität
Seit Beginn ihrer Entwicklung ist die Menschheit ionisierenden Strahlen ausgesetzt. Die sogenannte Höhenstrahlung stammt aus der Kernfusion der Sonne; sie ist von der Höhenlage des Aufenthaltsortes abhängig. Ein zweiter Anteil ionisierenden Strahlungen entsteht durch radioaktive Stoffe im Boden, zu deren Uran, Radium und Thorium gehören. Durch diese Strahlung wird eine Belastung des menschlichen Körpers verursacht, die als Ganzkörperdosis in mSv/a angegeben wird. Kosmische und terrestrische Strahlung zusammen liegen in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 0,3 auf dem Schiff im Meer und 2,0 mSv/a in 3000 Meter Höhe über Granit.
Radon in Innenräumen
Untersuchungen an bestehenden Häusern haben nachgewiesen, dass die Radon Belastung von Innenräumen hauptsächlich aus dem Erdboden kommt und nciht aus dem verwendeten Baumaterial. Durch die Abschirmwirkung von Bodenplatten und Kellerwänden aus Beton haben entsprechende Häuser deutlich geringere RAdon Konzentrationen gezeigt als vergleichbare Altbauten mit Stampflehmfußboden und fugenreichem Naturstein-Mauerwerk im Kellerbereich. In Deutschland wird empfohlen, dass die Radon Konzentration in der Innenraumluft über einen längeren Zeitraum nicht mehr als 250 Bq/m³ betragen soll. Der Mittelwert liegt bei 50 Bq/m³.
Luftschadstoffe und Luftwechsel
Die notwendige Versorung der Bewohner mit Frischluft erfordert unter normalen Wohnverhältnissen eine Mindestluftwechsel zwischen 0,5 und 0,8 je Stunde. Das bedeutet, dass das Luftvolumen einer Wohung aus hygienischen Gründen 0,5 bis 0,8 mal je Stunde durch Frischluft erstezt werden muß. Gleichzeitig werden mit diesem Mindestluftwechsel Luftinhaltsstoffe abgeführt und deren Konzentration unter bestimmten Schwellenwerten gehalten, die keine Belästigung darstellen.
Elektrische und Magnetische Felder
Vielfach wird behaupet, dass elektrische und magnetische Felder besonder Einflüsse auf die menschliche Gesundheit ausüben. Bisher konnte dies bei den üblichen Feldstärken wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Baustoffe, die physikalisch nur Halbleiter sind, schirmen den umhüllten Raum gegenüber dem äußeren elektrischen Feld ab. Im Innern von Häusern kann daher kein elekrisches Feld gemessen werden, gleichgültig ob die Außenbauteile aus Beton, Ziegel oder Holz bestehen.